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Brome Kinderaufsätze über die Fluchterlebnisse von 1945
Gifhorn Brome Kinderaufsätze über die Fluchterlebnisse von 1945
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17:57 09.11.2019
Sie hat die Aufsätze der Kinder gefunden: Irmtraud van Ledden (sitzend) war bei der Museumsplauderei eine begehrte Gesprächspartnerin. Quelle: Burkhard Heuer
Brome

Ein Rückblick auf das wohl dunkelste Kapitel deutscher Geschichte prägte die jüngste Veranstaltung des Museums-und Heimatvereins Brome im Bromer Burgcafé: Die Referenten Hannelore und Gerd Blanke aus Altendorf schilderten hier die Erlebnisse von Kindern aus deutschen Ostgebieten, die mit ihren Angehörigen vor den heranrückenden russischen Truppen fliehen mussten beziehungsweise damals bereits von der Roten Armee überrannt waren.

Wo die Texte herstammen

Die Kinder verband ein gemeinsames Schicksal mit leidlich gutem Ende: Nach chaotischen Monaten, Hunger, Leiden und dem Verlust von Vater und/oder Mutter kamen sie schließlich in das kleine Dörfchen Zicherie, wo auf dem Anwesen des Bauern Hermann Richter eine provisorische Schule eingerichtet wurde. Später ließ Lehrer Heinrich Wassermann die Flüchtlingskinder hier Aufsätze über ihre Erlebnisse schreiben.

Die Fluchtrouten der Kinder

Bei Renovierungsarbeiten im elterlichen Haus fand Irmtraud von Ledden, geborene Richter, die kindlichen Aufzeichnungen und stellte sie dem Ehepaar Blanke für den Vortragsabend zur Verfügung. Anhand von Lichtbildern konnten die Besucher im Rahmen der Museumsplauderei nachverfolgen, wie Zicherie in den Jahren nach Kriegsende aussah und welche Fluchtrouten die Kinder hinter sich gebracht hatten.

Ina Otto schildert ihre Flucht

Unter den Gästen war mit Ina Otto, geb. Spengel, auch eine der Autorinnen, die vor nunmehr rund 70 Jahren einen der Aufsätze über die Flucht ihrer Familie schrieb, die aus dem Kreis Gnesen im Warthegau stammte. Die heute 82-jährige Seniorin schilderte darin insbesondere die von Trecks vollgestopften Straßen, Plünderungen und die Begegnungen mit den russischen Soldaten. Während die damals siebenjährige Ina, ihre Geschwister und ihre alleinerziehende Mutter körperlich noch einigermaßen unbeschadet die Zeit bis zur späteren Ausreise überstanden haben, berichten andere Aufsätze über unvorstellbare menschliche Verluste. Charlotte R. (die Namen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler wurden aus Datenschutzgründen nur verkürzt genannt) schildert den Tod des Vaters nach einem Bombenangriff: „Er bekam einen Splitter von der Bombe in den Rücken. Wir haben ihn auf eine Bank gesetzt. Er legte den Kopf runter und war tot.“ Später verlor Charlotte auch noch ihre Mutter, gelangte über Dänemark schließlich als Waise nach Zicherie.

13 Aufsätze legen Zeugnis ab

Insgesamt 13 Fluchtschilderungen einstiger Schulkinder aus Zicherie sind auf diese Weise erhalten geblieben und legen bis heute Zeugnis ab über die letzten Kriegsmonate und die entbehrungsreichen Aufbaujahre. „Es sind wertvolle Dokumente für die Ortschronik von Zicherie“, sagte Referent Gerd Blanke (76), ehemaliger Lehrer in Brome und Mitbegründer des Museums für Volkskunde und örtliche Geschichte.

Auch die Historie der Schule in Zicherie wird in Aufsätzen beleuchtet. Ursprünglich hatten die Kinder aus der Region die Schule in Böckwitz besucht, später fand der Unterricht im Wohnzimmer des Bauern Richter statt und wurde von einem Pfarrer geleitet. Dem Lehrer Heinrich Wassermann schließlich sei es zu verdanken, dass in Aufsätzen das tägliche Leben damals in Zicherie aber auch die Themen Flucht und Vertreibung und Kriegserlebnisse aufgeschrieben erhalten sind.

Von Burkhard Heuer

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