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Brome Brome: Aus dem Leben eines Zollbeamten an der Grenze
Gifhorn Brome Brome: Aus dem Leben eines Zollbeamten an der Grenze
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09:58 16.11.2019
Erinnerungen an die Grenze: Bei der Museumsplauderei gab es Geschichte zum Anfassen. Quelle: Peter Zur
Brome

Mit Blick auf den Mauerfall in Berlin im November 1989 und dem damit verbundenen Abbau der innerdeutschen Grenzanlagen wurden bereits einige Gedenkfeiern entlang der damaligen innerdeutschen Grenze abgehalten. Der Grenzöffnung vor 30 Jahren geschuldet rückte jetzt auch ein Rückblick auf die Geschichte des ehemaligen Zollkommissariats Brome sowie der innerdeutschen Grenze in der Region im Rahmen einer Museumsplauderei im Burgcafé in den Mittelpunkt, zu der Museumsleiter Dr. Florian Westphal sowie Jens Winter als Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins (MHV) zahlreiche Besucher begrüßen konnten.

Eine Reise in die Vergangenheit

Im Verlauf des Abends nahmen so unter anderem Winter selbst sowie MHV-Mitglied Klaus-Peter Sebastian und nicht zuletzt Ralf Bettermann als ehemaliger Zoll- und Grenzaufsichtsbeamter die Besucher in Wort und Bild mit auf eine geschichtsträchtige Reise in die jüngste Vergangenheit. Hierzu konnten die Referenten auf zahlreiche Dokumente, Fotos und nicht zuletzt auch auf Berichte von Zeitzeugen aus dem großen Fundus des Museumsarchives zurückgreifen.

Eigene Erlebnisse und ein Fotoalbum

Zudem schilderten sie aber auch ihre eigenen Erlebnisse aus ihrem Leben an der Grenze, die anfänglich mehr oder weniger noch eine grüne Grenze war und daher wegen möglicher Schmuggelgeschäfte durch Zollbeamte geschützt wurde. Mit Blick auf die nach und nach verminten und mit Selbstschussanlagen versehenen Grenzanlagen wurde zumindest aus Sicht von Ralf Bettermann sein Arbeitsplatz durchaus gefährlich.

Das war letztlich auch den von Bettermann geschilderten Ereignissen zu entnehmen, die zum Teil von Bettermann selbst im Lauf der Jahre bei seinen Grenzgängen auch auf zahlreichen Fotos festgehalten wurden. „Diese Fotos könnten geschichtsträchtiger nicht sein, da sie die Geschichte der Grenze von der Entstehung bis hin zum Abbau widerspiegeln“, zeigten sich die Referenten Bettermann, Winter und Sebastian letztlich mit den Besuchern einig, zu denen auch Petra Lenz aus Brechtorf zählte. Ihr Vater war in den 1950er Jahren Zollbeamter in Rühen und hat diese Zeit in einem Fotoalbum festgehalten.

Lesen Sie mehr zum Thema Grenzöffnung

In lockerer Reihe erinnert die Aller-Zeitung an die Tage der Grenzöffnung vor 30 Jahren und daran, was damals im Landkreis Gifhorn passiert ist:

15. November 2019: Rühen: Ex-Zöllner Günther Jess erinnert sich an seinen Dienst in der Grenzkontrollstelle am Kanal

15. November 2019: So unschön konnten Reisen in die DDR vorher sein

14. November 2019: So haben Schüler aus Gifhorn und Wesendorf den Mauerfall in Berlin erlebt

11. November 2019: So feiern Zicherie und Böckwitz den Mauerfall

9. November 2019: Marienborn: So erlebte der Journalist Jürgen Gückel den Mauerfall

7. November 2019: So erlebte Gifhorn den 9. November 1989

5. November 2019: Das geteilte Dorf: Kann Zicherie-Böckwitz wieder zusammenwachsen?

4. November 2019: Bromes Ex-Bürgermeister Adolf Bannier erinnert sich an den Mauerfall: „Das war die aufregendste Zeit“

1. November 2019: Erzählender Zeitzeuge: Der Landwirt Ulrich Lange aus Zicherie hat die Grenzöffnung vor 30 Jahren hautnah miterlebt

1. November 2019: Großes Fest im ehemals geteilten Doppeldorf Zicherie Böckwitz

15. Oktober 2019: Wie die Wende eine Familie wieder vereinte

Von Peter Zur

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