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Brome So hilft Schnehage seit 25 Jahren in Afghanistan
Gifhorn Brome So hilft Schnehage seit 25 Jahren in Afghanistan
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18:28 28.05.2019
Der Bergfelder Hilfsverein Katachel feiert Geburtstag: Vorsitzende Sybille Schnehage berichtet von ihrer Arbeit in Afghanistan. Quelle: privat
Bergfeld

Seit 30 Jahren hilft Sybille Schnehage in der nordafghanischen Provinz Kunduz den Ärmsten, seit 25 Jahren mit dem Verein „Katachel“. Zeit für einen Zwischenbericht.

Fast 7,3 Millionen Euro wurden seit Januar 1994 vom Verein in der Region investiert (siehe Infokasten). Das Geld stammt größtenteils aus Patenschaften (zwei Millionen Euro), Spenden und Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln (jeweils rund 2,5 Millionen Euro). „Ich bedanke mich bei allen Spendern und Unterstützern aus der Region Gifhorn-Wolfsburg, aber auch aus ganz Deutschland“, so Schnehage.

Nachhaltige Lebensverbesserung ist das Ziel

Die 68-jährige studierte Physikerin betont, dass die „nachhaltige Lebensverbesserung“ mit „minimalstem Verwaltungsaufwand“ und finanziell „niedrigem Verwaltungsanteil“ umgesetzt wurde. Gerade einmal 255.000 Euro seien in dem Vierteljahrhundert dafür angefallen. Ein Garant dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird und nicht „für Luxushäuser von Regierungsleuten“ draufgeht, war Schnehages Präsenz im Land am Hindukusch, ihre mehrfach im Jahr stattfinden Aufenthalte dort.

Bilder aus 25 Jahren Katachel

Seit 25 Jahren ist die Bergfelderin Sybille Schnehage mit ihrem Verein „Katachel“ unermüdlich im Einsatz für die Ärmsten in der nordafghanischen Provinz Kunduz.

Pass seit 2016 eingezogen

Das hat ihr „der Deutsche Staat“, dem die gebürtige Magdeburgerin mittlerweile „zutiefst misstraut“, verboten – 2016 wurde ihr Pass eingezogen, wegen Sicherheitsbedenken. Es sei „zum Verzweifeln“: „Es wird mit Lügen argumentiert. Ich habe Sicherheitsgarantien und ich war immer sicher dort“, sagt Schnehage. Und zwar dank ihrer Kontakte in Kunduz, weil sie das Vertrauen der Einheimischen gewonnen habe und den Ruf „zuverlässig“ zu sein und den Menschen – allen – die Hand zu reichen.

„Ich will nach Kunduz

Sie sei so sicher in Afghanistan, dass seit ihr seit 25 Jahren nichts passiert sei und in der Vergangenheit „nicht die Bundeswehr auf uns (den Verein) aufgepasst hat, sondern wir auf die Bundeswehr“. Am heutigen 29. Mai befindet letztinstanzlich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, darüber, ob sie ihren Pass zurück bekommt – und dann „hoffentlich endlich wieder“ selbst vor Ort tätig werden kann: „Ich will nach Kunduz in mein Büro!“

„Jeder, der zu mir kommt, bekommt Hilfe“, sagt Sybille Schnehage, „jeder hat ein Recht auf Bildung und sauberes Trinkwasser.“ Auch Taliban seien Menschen, nicht Feinde. Auch ihnen hat sie geholfen, weil sie nichts ab bekämen vom Kuchen der internationalen Hilfe für Afghanistan, die statt der Landbevölkerung zu helfen die Falschen immer wohlhabender mache. „Dschihad“ bedeute dem Wortsinn nach auch „Gutes tun“. „Politik interessiert mich nicht.“ Religion auch nicht: „Ich passe mich da an.“ Auch dann, wenn das Auswärtige Amt „zickig wird“.

Straßen, Brücken, Häuser, Schulen und mehr

Eine beeindruckende Hilfe-Bilanz kann der Verein „Katachel“ aufweisen: Unter anderem wurden in den vergangenen 25 Jahren Straßen gebaut sowie elf große und 101 kleine Brücken, 1164 Brunnen und 312 Häuser, 32 Schulen mit jeweils sechs Klassenzimmern und drei Funktionsräumen, eine Speise-Ölfabrik, die Unterstützung von Behinderten sowie 430 Witwen mit ihren Kindern mit Nahrungsmitteln und Reis gewährleistet, Nähausbildungen für bislang rund 1000 junge Frauen durchgeführt – die am Ende eine Nähmaschine geschenkt bekamen und so ihren Unterhalt bestreiten können – viele Patientenbetreuungen und Operationen im Ausland wurden ermöglicht, eine Arztstation errichtet, Paten für Familien gefunden. Und es wurden 60 Fußballteams gefördert, „um den Kindern eine neue Perspektive zugeben“, sagt Sybille Schnehage.

Bildung und Arbeit als wichtigste Hilfe

Das Problem im Land seien „die arbeitslosen Jungs“, die keine Perspektive hätten, keine Familie gründen könnten und deshalb kriminell würden. Bildung und Arbeit – das ist neben den direkten, akuten Hilfen das, was Sybille Schnehage und ihr Verein nach Kunduz bringen wollen, „damit die Hilfe nachhaltig ist“.

Jubiläumsfeier in Wolfsburg

Am Samstag, 6. Juli, wird auf dem Gelände der Ludgeri-Kirchengemeinde in Wolfsburg-Ehmen das „Katachel“-Jubiläum gefeiert – mit Rückblick und geselligem Beisammensein.

Von Jörg Rohlfs

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