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Brome Legt Beregnungsbrunnen die Umgebung trocken?
Gifhorn Brome Legt Beregnungsbrunnen die Umgebung trocken?
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06:00 04.06.2019
„Tiere und Pflanzen werden getötet“: Michael (v.l.) und Sybille Schnehage sowie Tom Semenichin beklagen fallende Wasserstände in einem Waldgebiet bei Bergfeld. Quelle: Jörg Rohlfs
Bergfeld

Dieser Brunnen, der 2001 angelegt worden sei, habe lediglich eine Tiefe von 15 Metern und grabe deshalb seiner Umgebung das Wasser ab. Auch der Besitzer eines Fischteichs in dem kleinen Waldgebiet östlich von Parsau habe Probleme einen ausreichenden Wasserstand zu halten. Verschärft worden sei die Situation durch den heißen Sommer 2018: „Da hat er aus seinem Sieben-Meter-Brunnen nur noch Luft gezogen.“

„Da hatten wir auch sehr wenig Wasser in unseren Vereinsteichen“, berichtet Tom Semenichin, 2. Vorsitzender des Natur- und Angelvereins Bergfeld. Reiher und Kormoran hätten deswegen leichtes Spiel, die Flachwasserzonen seien trocken gefallen oder zu flach, um als Rückzugs- und Brutorte dienen zu können.

60 Prozent des Baumbestands auf ihrer 1,8 Hektar großen Waldfläche seien bereits abgestorben – auch weil ein Pilz die Erlen befallen hatte: „Aber mit ausreichend Wasser hätten sie sich wehren können“, so Sybille Schnehage. Die Gräben im Wald, der im Winter ein Feucht- und Moorgebiet sei, seien ausgetrocknet und mit ihnen der Laich von Unken und Fröschen. Auch die ehemals großen Vorkommen von Sumpfdotterblumen seien ebenso verschwunden wie der Eisvogel vom Privatteich.

Ursache: Ein Brunnen für die Feldberegnung grabe der Umgebung das Wasser ab, sagen die Anlieger. Quelle: Jörg Rohlfs

Wenn in dem Hauptgraben am Feldweg, der durch das Gebiet führt, wie neulich nach ergiebigem Regen mal Wasser stehe, könne man zuschauen, wie es verschwindet, „wenn die Förderpumpe läuft“. Man habe den Landwirt mehrfach angesprochen auf die Auswirkungen, aber stets die Antwort erhalten, es sei „genehmigt“.

Diese Auskunft habe man auch von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn bekommen. Der Fachbereich Naturschutz habe zwar Verständnis signalisiert, aber ebenfalls auf die Rechtmäßigkeit verwiesen: „Das geht schon sein Jahren so“, ärgert sich Michael Schnehage, Schuld sei die Behörde. „Keiner macht was.“

Der Landkreis führt nach eigenen Angaben Gespräche mit dem Beregner (s. Infokasten).

„Umsetzung von Maßnahmen besprochen“

Das Jahr 2018 habe durch die langanhaltende Trockenheit zu besonderen Situationen geführt, heißt es in einer Stellungnahme von Kreisrat Mirco Schmidt auf eine Anfrage zum Thema von AZ/WAZ. Der Grundwasserstand sei gesunken und zusätzlich die Notwendigkeit der Beregnung gewachsen. „Insoweit ist es nachvollziehbar, dass an einzelnen Orten eine angespannte Grundwassersituation eingetreten sein kann.“

Allerdings erfolge die Feldberegnung „ auf der Grundlage genehmigter Wassermengen, über die die Mitglieder des jeweiligen Beregnungsverbandes entsprechend der Mengenverteilung innerhalb des Verbandsgebietes verfügen können“. Insoweit gebe es eine gesicherte rechtliche Position der Beregner. „Auf der anderen Seite muss sichergestellt sein, dass geschützte Arten und Lebensräume keinen Schaden nehmen.“

Um in diesem Bergfelder Fall „eine erhebliche, dauerhafte Beeinträchtigung des Umfeldes zu verhindern“, werde zwischen Unterer Wasserbehörde und dem Wasserrechtsinhaber derzeit die Umsetzung von Maßnahmen besprochen, die eine Wiederholung der Situation aus dem vergangenen Jahr verhindern sollen: Nachtberegnung zur Vermeidung von Verdunstungsverlusten, Einsatz wassersparender Technik oder angepasste Fruchtfolgen.

Das reicht den Anliegern aber bei Weitem nicht. Auch nicht die jüngst per E-Mail an die Schnehages erfolgte Ankündigung der Unteren Naturschutzbehörde, wonach man sich gemeinsam mit dem Landwirt bemühen werde, einen Tiefbrunnen anzulegen – der dann der Umgebung gar nicht oder in geringerem Umfang das Oberflächenwasser (Grundwasser) entziehen würde. Ob ein solcher Tiefbrunnen an dieser Stelle möglich sei, müsste zunächst eine Probebohrung zeigen. Mit einer Fertigstellung des Brunnens vor 2020 sei mithin nicht zu rechnen.

„Das geht gar nicht“, so Sybille Schnehage, „dann stirbt hier alles weiter.“ Das Ehepaar hat also einen Antrag an den Landkreis gestellt, in dem „der sofortige Pumpstopp und die unmittelbare Aussetzung der Pumprechte“ gefordert wird. Außerdem soll der Landwirt „zügig an anderer Stelle“ einen neuen Tiefbrunnen bohren,„um durch weitere Feldberegnung in diesem Gebiet keine Beeinträchtigung seiner Ernteerträge zu haben“.

Von Jörg Rohlfs

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