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Brome Bedrückende Lesung: „Der Krieg war immer nahe“
Gifhorn Brome Bedrückende Lesung: „Der Krieg war immer nahe“
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10:00 25.04.2019
Bedrückend: Hannelore und Gerd Blanke hielten einen Vortrag über die Feldpostbriefe von Heinz Blanke.
Bedrückend: Hannelore und Gerd Blanke hielten einen Vortrag über die Feldpostbriefe von Heinz Blanke. Quelle: Alexander Täger
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Heinz Blanke – Gerd Blankes 19 Jahre älterer Bruder – wuchs zunächst in Altendorf, dann ab 1929 in Rethen bei Meine auf, weil der Vater, Lehrer, dorthin versetzt worden war. Ab April 1942 absolvierte er seine militärische Grundausbildung in Salzwedel. Fortan schrieb er in die Heimat. Seine Eltern hielten stetigen Kontakt zu ihm und bemühten sich, „seine kleinen Wünsche“ zu erfüllen, berichtete Hannelore Blanke. „Das war nicht einfach, denn die Versorgungssituation im Reich war schwierig.“

Von Salzwedel aus wird Heinz im Juli 1942 per Güterwagen nach Frankfurt/Oder transportiert, später geht es durch Polen, Litauen und Lettland nach Russland. Die Natur und die weite Landschaft gefielen ihm gut, wie aus den Briefen deutlich wird. „Leider war die Idylle trügerisch, der Krieg war immer nahe“, so Hannelore Blanke.

In späteren Briefen schreibt er von der Front, von Hunger und Kälte ist die Rede. Besonders wichtig war ihm Post aus der Heimat: „Solch ein Brief wird förmlich auswendig gelernt.“ Auch Kampfhandlungen werden ansatzweise beschrieben: „Ja, gestern! Es war wieder ein Tag, den ich nie vergessen werde. 4 feindliche Angriffe haben wir abgewehrt davon 2 Panzerangriffe. Im Wehrmachtsbericht wird es wieder heißen, daß im mittleren Frontabschnitt einige Panzer abgeschossen sind. Aber was das heißt, wird man sich in der Heimat kaum vorstellen können. Es ist auch nur gut so.“

In mehreren Briefen habe er außerdem geschrieben, wie sehr er sich auf die Geburt seines Geschwisterchens – gemeint war Gerd Blanke – freue, sagte Hannelore Blanke. Zwar erfuhr er noch von dessen Geburt. Doch gesehen haben sich die beiden nie.

„Er hatte nicht nur seinen Bruder nicht kennenlernen können, sondern sein Leben schon verloren, bevor er einen Beruf erlernen, einen Partnerschaft eingehen und eine Familie gründen konnte“, sagte die Referentin am Ende des Vortrages. „Ich habe die Hoffnung, dass unsere Demokratie stabil bleibt und das Leben unserer erwachsenen Enkel in friedlicheren Verhältnissen verlaufen kann, als das ihres so jung im Zweiten Weltkrieg gefallenen Verwandten.“ Einzelschicksale habe es zu Millionen gegeben, der Vortrag solle stellvertretend sein „für viele andere, die man kennt oder nicht kennt“, fügte Gerd Blanke an.

Von Alexander Täger

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