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Boldecker Land Aurelio Massei: 32 Jahre Vorsitzender des DRK
Gifhorn Boldecker Land Aurelio Massei: 32 Jahre Vorsitzender des DRK
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20:00 14.06.2019
Eine Institution: 32 Jahre lang war Aurelio Massei Vorsitzender des DRK im Boldecker Land. Quelle: Nick Heitmann
Jembke

Die Antwort kommt wie auf Knopfdruck. „Am 21. März 1987“, erklärt Aurelio Massei auf die Frage, wann er den Vorsitz des Ortsverbands Boldecker Land im Deutschen Roten Kreuz übernommen habe. Mehr als 32 Jahre blieb der Jembker im Amt, Ende Mai gab er es ab. Rückblickend sagt der 78-jährige: „Die Zeit war schön.“ Und ereignisreich. So wie das gesamte bisherige Leben des gebürtigen Italieners.

Der Beginn: Aurelio Massei nach seiner Wahl zum Vorsitzenden am 21. März 1987 im Gespräch mit dem damaligen Samtgemeindebürgermeister Hermann Bratze. Quelle: privat

Der Weg von Farindola, Masseis Geburtsort in den Abruzzen, bis nach Jembke war lang. Nach einem Kurz-Aufenthalt 1961 in Hamburg („Der Lohn bei MAN war zu niedrig“) verdiente der gelernte technische Zeichner sein Geld in der Heimat unter anderem als Busfahrer und Förster, wollte dann nach Australien auswandern. „Aber die Papiere kamen zu spät.“

30 Jahre bei VW

Ein Bekannter aus Farindola, der mittlerweile in Wolfsburg arbeitete, überzeugte ihn 1971, es bei Volkswagen zu versuchen. Massei machte es, Ehefrau Angela und die Töchter Paola und Simona zogen bald hinterher. „Ich bin 30 Jahre bei VW geblieben, bis zu meinem Ruhestand“, sagt Massei, als ein Türläuten das AZ-Gespräch unterbricht, weil ein Nachbar Kleidung für das DRK vorbei bringt.

Krankenwagen-Fahrer

Ein Klingeln war auch der Start für seine ehrenamtliche Tätigkeit. „1983 stand ein Bekannter aus Jembke in DRK-Uniform vor dem Haus, sagte, dass sie jemanden mit meinen Fahrkünsten als Krankenwagen-Fahrer gebrauchen könnten.“ Massei überlegte nicht lange, „die Erinnerungen kamen gleich hoch“. An seine erste Begegnung mit dem Roten Kreuz.

„Direkt in mein Herz“

Als Siebenjähriger hatte Massei in Rom vor dem Schuhgeschäft seines Onkels, bei dem er aufwuchs, gespielt, einen Steinwurf vom Kolosseum entfernt. „Jeden Samstag kam ein alter Mann mit einem riesigen Handwagen voller Kartonagen vorbei. Irgendwann habe ich ihn angesprochen.“ Der Mann erzählte, dass er Jude sei und das Rote Kreuz ihn aus einem Konzentrationslager gerettet habe. Nun sammele und verkaufe er aus Dankbarkeit Kartons, um den Erlös dem Roten Kreuz zu geben. „Diese Geschichte“, so Massei, „ist direkt in mein Herz gegangen.“

Vorstandskrise

35 Jahre später bestärkte sie ihn, sich selbst für das DRK zu engagieren. Erst als Krankenwagen-Fahrer, dann wurde er gefragt, ob er den Ortsverbands-Vorsitz übernehmen wolle. „Zu der Zeit gab es eine Vorstandskrise“, so Massei. Wieder sagte er kurzerhand zu. „Dass ich so lange im Amt bleiben würde, hätte ich aber nie gedacht.“

Prägende Erlebnisse

Die prägendsten Erlebnisse? „Ehra-Lessien, der Bau des DRK-Heims, die Litauen-Hilfe“, sprudelt es aus Massei heraus – und füllt die Stichworte sogleich mit Leben. 1990 betreute er mit Mitstreitern in der Kaserne von Ehra-Lessien über 600 Flüchtlinge, überwiegend aus Rumänien und Polen. „Wir haben Kleidung gesammelt, Behördengänge erledigt, für die Sicherheit der Flüchtlinge gesorgt.“

Neues Rot-Kreuz-Haus

1998 folgte der Umzug aus dem Keller der Osloßer Schule ins neue DRK-Heim in Weyhausen, benannt nach Rot-Kreuz-Gründer Henry Dunant. „Über 6000 ehrenamtliche Stunden habe ich dafür geleistet“, so der 78-Jährige. Auch das Litauen-Hilfsprojekt lag ihm besonders am Herzen: „Ab 2002 haben wir vier Fahrten dorthin gemacht. Einmal haben wir einem Mann, der ohne Beine tagein, tagaus im Bett lag, einen Rollstuhl gebracht. Er hat fast geweint vor Glück.“

Antriebsfeder Nächstenliebe

Seine Antriebsfeder in all den Jahren: „Nächstenliebe“, so der Jembker. „Man muss den Drang haben, anderen zu helfen.“ Den verspürt er weiterhin, die Vorstandsarbeit hat er aber an Jüngere abgegeben. „Das Aufhören ist mir nicht leicht gefallen“, gibt Massei zu – und liefert zum Abschluss noch eine Erklärung, warum er das Datum seines Amtsantritts immer parat hat: „Man vergisst ja auch nicht den Tag, an dem man zu seiner Frau Ja gesagt hat. Und nach über 30 Jahren kann man schon von einer Ehe sprechen…“

Von Nick Heitmann

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