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Boldecker Land Wie ein besonderer Zaun Pferde vor dem Wolf schützt
Gifhorn Boldecker Land Wie ein besonderer Zaun Pferde vor dem Wolf schützt
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00:18 22.05.2019
Für ein Mit- statt Gegeneinander: Bundesweit unterstützen Wolfsbefürworter beim Bau von wolfsabweisenden Weidezäunen – wie nun auch bei Tappenbeck. Quelle: Alexander Täger
Tappenbeck

Auf der Internetseite wikiwolves.org werden Tierhalter, die Unterstützung beim Herdenschutz benötigen, und freiwillige Helfer zusammengebracht. „Uns geht es um das Miteinander – und nicht Gegeneinander – von Nutztierhaltern und Wolfsfreunden“, erklärt Ralf Hentschel. Er ist in beiden Initiativen – beim Freundeskreis freilebender Wölfe als Vorsitzender – engagiert und zudem Wolfsberater in Wolfsburg. Im Internet gebe es viel Hetze, der die Initiativen etwas entgegensetzen wollen.

Unterstützung ist kostenlos

Die Unterstützung „kostet die Leute nichts außer Verpflegung und Getränke.“ Die Ehrenamtlichen kämen dabei teils von weit her zum jeweiligen Einsatzort angereist: So seien etwa bei der ersten Aktion in Tappenbeck Anfang Mai Helfer aus Berlin und Brandenburg dabei gewesen. Die sechs, die sich am Samstag beteiligten, kommen alle aus Niedersachsen.

Zaun wird in den Boden eingelassen

Auch Minibagger und Erdbohrer stellt die Initiative für den Arbeitseinsatz zur Verfügung, rund 600 Meter Weidezaun müssen aufgebaut werden. Wichtig sei ein Untergrabschutz: 30 Zentimeter tief wird der Zaun deshalb in den Boden eingelassen, und auf 20 Zentimetern Höhe über dem Boden mit einer Elektro-Litze versehen, denn meistens versuche ein Wolf, unter dem Zaun durchzubuddeln, so Hentschel. 1,40 Meter hoch ragt der Zaun aus der Erde. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es laut dem Fachmann nicht, der aber jedem Weidetierhalter empfiehlt, einen entsprechenden Zaun zu installieren.

Aktion bei Tappenbeck: Der Zaun erhält einen Untergrabschutz, da Wölfe laut Ralf Hentschel meistens versuchen, unter einem Zaun durchzubuddeln. Quelle: Alexander Täger

„Man ist ja für die Tiere verantwortlich

„Man ist ja auch für die Tiere verantwortlich“, meint Pferdehalterin Rebekka Bösl. „Ich möchte ruhig schlafen und denke mir, dass ich jetzt das Bestmögliche getan habe.“ Dass so viele Helfer durch WikiWolves vor Ort sind, findet sie „toll“ und lobt den guten Austausch untereinander: „Aufklärung ist, glaube ich, das Wichtigste.“ Der Wolf habe eine Berechtigung, „wir müssen nur lernen, mit dem Tier umzugehen“.

Infos über Fördermöglichkeiten

Ob und für welche Nutztiere es Fördermöglichkeiten für Maßnahmen zum Herdenschutz gibt, darüber informiert der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN, erklärt Hentschel. Schafhalter zum Beispiel können bis zu 100 Prozent erhalten.

Von Alexander Täger

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