Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Boldecker Land Was die Goldene Bettpfanne mit dem Frauentag zu tun hat
Gifhorn Boldecker Land Was die Goldene Bettpfanne mit dem Frauentag zu tun hat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
15:00 09.03.2020
Resolute Altenpflegerin: Ramona Schukraft gastierte in ihrer Paraderolle Sybille Bullatschek in der Oberschule Weyhausen. Quelle: Ron Niebuhr
Anzeige
Weyhausen

Noch immer müssen Frauen für Gleichstellung kämpfen – im Job, in der Familie, im Alltag. Jährlich machen sie am 8. März mit dem Weltfrauentag darauf aufmerksam. Im Boldecker Land mit Comedy, organisiert von der Gleichstellungsbeauftragten Astrid Wonde. Diesmal war Ramona Schukraft in ihrer Paraderolle zu Gast: Sybille Bullatschek. Die ist Altenpflegerin, genauer gesagt „Pflägerin“ mit langem und breitem Ä. Denn Bullatschek ist nicht nur Altenpflegerin, sondern auch Schwäbin.

Wo es noch hapert

Doch zunächst einmal gehörte die Bühne in der Aula der Oberschule Weyhausen zwei anderen Frauen: Astrid Wonde und Anja Meier. Die ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte und die Samtgemeindebürgermeisterin zeigten auf, wie sehr es noch bei der Gleichbehandlung von Frauen und Männern hapert. „Wir müssen uns weiter stark machen für ein Leben ohne Gewalt“, sagte Wonde. Und für gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. „Equal Pay“ sei diesmal das Hauptanliegen des Weltfrauentages, erklärte sie.

Anzeige

Nach wie vor Benachteiligungen

Dennoch sollte man die übrigen Probleme im Kampf um Gleichstellung nicht außer Acht lassen, verdeutlichte Meier. Die Samtgemeindebürgermeisterin erinnerte daran, wie Frauen sich mühsam juristische Gleichheit und eine selbstbestimmte Lebensführung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein erstreiten mussten. „Doch selbst in aufgeklärten Staaten mit guten Bildungssystemen werden Frauen nach wie vor benachteiligt“, sagte sie. Im Beruf, im Haushalt und in der Pflege. „Wir dürfen nicht nachlassen, für Reformen einzutreten“, betonte Meier. Weltweit sei die Hälfte aller Flüchtlinge Frauen, in Kriegs- und Krisengebieten seien sie Vergewaltigungen und Beschneidungen ausgesetzt. „200 Millionen Frauen sind bereits betroffen und jährlich kommen drei Millionen unter 15-Jährige dazu“, sagte Meier. Angesichts solch großen Leids sollte man dankbar dafür sein, wie fortschrittlich Europa ist.

Die Goldene Bettpfanne

Am Abend des Weltfrauentages allerdings wolle man „einfach Spaß haben“, sagte Wonde. Und dafür sorgte Ramona Schukraft alias Sybille Bullatschek reichlich. Die resolute Altenpflegerin aus dem Haus Sonnenuntergang erzählte, dass man als beste Pflegeeinrichtung „acht Mal in Folge mit der Goldenen Bettpfanne“ ausgezeichnet worden sei. Nur in dieser Saison habe es nicht geklappt – wegen „Asbest in Nord-Corega“. Zur Erklärung: „Wir habe zwei Bereiche im Haus: Nord- und Süd-Corega.“ Zur Sanierung rückten Bauarbeiter an – leider keine muskelbepackten, braungebrannten Schönlinge, sondern „kleine, weiße, hutzelige Osteuropäer, die viel gesoffen und geraucht haben“. Bullatscheks Hinweis aufs Rauchverbot taten die Bauarbeiter mit „Wenn brennt, Asbest ist weg“ ab. Aber die Omis und Opis eben leider auch.

Stockbetten sind keine Lösung

Die Überbelegung von Süd-Corega wollte Heimleiter Otterle mit Stockbetten lösen. „Ja, super. Und Blutdruckmessen dann per Trampolin, oder was?“, schimpte Bullatschek. Nord- und Süd-Coreganer in einem Zimmer sei eh keine gute Idee, denn sie sind verfeindet, haben sogar Gangs gebildet, unter anderem die „Rollator Angels“. Von einer Fortbildung erhoffte sich die selbst ernannte Pamela Anderson der Altenpflege übrigens etwas Erholung. Doch Pustekuchen! Otterle ordnete an, dass sie ein paar Senioren mitnimmt.

Ein geplatzter Luftballon

Im weiteren Verlauf des Abends veranschaulichte Bullatschek, wie gut es sei, dass die Senioren inzwischen die Telefonnummer des Heimes tanzen können. Und ein Kennenlernen im Stil von Haus Sonnenuntergang gab es auch noch: Das Publikum spielte einander einen riesigen Luftballon zu. „Aber Vorsicht! In Bayern ist er mal geplatzt. Da mussten wir nach der Show einen rausschneiden“, warnte Bullatschek.

Lesen Sie auch:

Von Ron Niebuhr

Diese Tat ist reichlich kurios: Unbekannte haben in den Jembker Edeka-Markt eingebrochen – und neben ein paar Kunststoffkisten auch Salzgebäck mitgehen lassen.

09.03.2020

Das erste Jembker Neubaugebiet entstand im Jahr 1952. Das bewährte Chronistenteam hat sich jetzt der Siedlung auf dem Kirchenacker gewidmet – und ein neues Buch geschrieben.

08.03.2020

Die Versetzung einer Erzieherin hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Rund 70 Kinder, Eltern und weitere Erwachsene demonstrierten am Donnerstag für mehr Kontinuität und Transparenz an der Kita Weyhausen.

05.03.2020