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Boldecker Land Schon wieder tote Schafe bei Barwedel
Gifhorn Boldecker Land Schon wieder tote Schafe bei Barwedel
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18:26 23.05.2019
Wolfsberater vor Ort: Schon wieder sind auf einer Weide bei Barwedel zwei Schafe getötet worden.
Wolfsberater vor Ort: Schon wieder sind auf einer Weide bei Barwedel zwei Schafe getötet worden. Quelle: Lea Rebuschat
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Barwedel

Wolfsberater Karl-Gustav Laser geht wie ein Kriminaltechniker vor. Blaue Schutzhandschuhe angezogen, dann die Wattestäbchen aus der Folie gezogen. Damit sammelt er an den Kadavern Speichelspuren.

Genau wie vor zwei Wochen – auch da fanden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zwei Schafe den Tod. Just am Tag des zweiten Fundes hatte er nach Ergebnissen gefragt: Fehlanzeige. Das verwundert ihn nicht, denn es sei mit vier bis sechs Wochen Wartezeit zu rechnen.

Vor zwei Wochen waren zwei Halter betroffen, diesmal gehörten die betroffenen Tiere – zwei Heidschnucken – einer Barwedelerin. „Ein Jammer.“ Ihr bleiben noch drei, sie befürchtet, nicht mehr lange.

Nabu-Herdenschutzexperte hatte gute Ratschläge

„Am Montag haben wir unsere Böcke wieder hingestellt“, sagt der Nachbar. Er hatte nach dem Vorfall Besuch eines Nabu-Herdenschutzexperten mit Notfallset. Seitdem sei ein Stromgerät im Einsatz. Vielleicht habe das den Wolf diesmal von seiner Fläche ferngehalten. Vom Nabu-Experten sei er positiv überrascht, die Ratschläge seien sehr hilfreich gewesen.

Für die Schafhalter ist klar, es müsse ein Wolf gewesen sein. Auch Jäger Hans-Andreas Heinecke, der Fährten gefunden hat, glaubt nicht an wildernde Hunde. „Wir hatten in den letzten 20 Jahren keine Probleme mit wildernden Hunden.“

Die Schafhalter fürchten Anfeindungen

Die Nutztiefhalter wollen nicht namentlich in die Öffentlichkeit. Sie befürchten Anfeindungen militanter Wolfsbefürworter. „Da wird eine Grenze überschritten.“

Entschädigungen erfordern einen riesen Aufwand

Der 59-Jährige beklagt auch, dass die Schäden von vielen Menschen einfach abgetan würden. Entschädigungen gebe es erst nach einer Menge Antrags-Aufwand und -Zeit. Und man müsse viel Geld investieren, um Bedingungen zu erfüllen. Er habe ein Weidenstück anerkannt wolfssicher gemacht, das habe 5000 Euro gekostet. Für ihn steht fest: Entweder gehe man an den Vorsorge-Kosten pleite oder an den Folgekosten.

Von Dirk Reitmeister

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