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Boldecker Land Elf Monate, 17 Länder: Leonie ist einmal um die Welt gereist
Gifhorn Boldecker Land Elf Monate, 17 Länder: Leonie ist einmal um die Welt gereist
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18:32 14.08.2019
Leonies Weltreise: Auch in Panama machte die 24-Jährige Station. Quelle: Leonie Spellig
Barwedel

Leonie Spellig war gerade auf der ganzen Welt unterwegs, besuchte in elf Monaten 17 Länder. Vor acht Wochen kam sie zurück: „Aber ich bin noch nicht zu 100 Prozent wieder angekommen.“

 

Reisefieber“ bekommen hat die 24-Jährige schon 2011, als sie nach der zehnten Klasse ein Austauschjahr in Lousianna/USA verbrachte. Aber die gebürtige Barwedelerin war „clever genug“ nach dem Abitur doch erstmal einen Beruf zu erlernen – Kauffrau für Büromanagement bei Volkswagen. Schon während der Ausbildung und einer einjährigen Arbeitsphase im VW-Kraftwerk sparte die Teilnehmerin konzerneigenen Talentkreises für ihr Vorhaben, „jedes Land der Erde zu sehen, bevor die Lichter ausgehen“.

„Wir wussten, sie zieht es durch“

Der Arbeitgeber zeigte sich kooperativ und stellte Leonie frei. Ihre Eltern Gabi und Hartmut Spellig rieten ihr nicht ab, auch wenn sie sich schon „ein bisschen Sorgen“ machten: „Wir wussten, dass sie es sowieso durchzieht.“ Leonies Vater fand die Idee sogar „toll. Später macht man sowas sowieso nicht mehr“. Also gaben sie ihrer Tochter nur „gute Ratschläge“ mit auf den Weg, als sie Ende Juli 2018 von Köln den Direktflug nach Cancun/Mexiko antrat.

Hostels gebucht

Nein, aufgeregt sei sie da nicht gewesen: „Aber ich bin auch nicht so’n Schisser.“ Außerdem waren für die ersten zehn Tage und drei Orte in dem mittelamerikanischen Land bereits Hostels gebucht. Danach ging’s spontan weiter: „Es ergab sich von Tag zu Tag. Meine Reise hat sich während der Reise ergeben.“ Vorm Start standen 25 Länder auf Leonies To-Do-Liste: „Aber ich wusste, dass das nicht funktioniert.“ Am Ende waren es 17 Länder, die sie in elf Monaten besuchte.

Unterwegs selten allein

Unterwegs war sie selten allein: „Ich bin ein offener, kontaktfreudiger Mensch.“ Drei Monate begleitete Leonie eine Schweizerin durch Mittelamerika, manchmal reiste sie in Gruppen (mit bis zu zehn gleichgesinnten Backpackern=Rucksackreisenden). Insgesamt vier Freundinnen aus Deutschland und Jagruti aus Lousianna „besuchten“ sie auf ihrer Weltreise. Von Mexiko aus ging’s nach Belize und Guatemala, dann von Costa Rica nach Panama, „ja, ich war auch am Kanal“ – nach Möglichkeit besuchte die Reisende die Sehenswürdigkeiten der Länder.

Mit Vater in Südafrika

Von Vorteil waren für Leonie die acht Jahre Spanisch-Leistungskursus: „Auch wenn ich besser verstehen als sprechen kann.“ In Südamerika standen Kolumbien, Equador, Peru und Bolivien an. Zum Reisen benutzte sie meist Fernbusse. Nach Südafrika flog Leonie – und verbrachte dort dreieinhalb Wochen gemeinsam mit ihrem Vater, sie führen 5000 Kilometer mit dem Auto durchs Land. Erste Station in Asien war Sri Lanka. In Thailand war sie mit ihrer Mutter unterwegs, in Indien traf sie Jagruti (die jetzt gerade mit ihr zuhause in Barwedel ist).

Auf der Suche nach dem Alltag

Es folgten Vietnam – „da war es am schönsten, das Leben so einfach“ – Myanmar und die Philippinen. Den Abschluss ihrer Weltreise bildeten neun Tage Tokio: „Das war verrückt, ganz anders als alles vorher, aber eine gute Vorbereitung auf Deutschland.“ Seit einer Woche geht Leonie wieder zur Arbeit: „Aber ich bin noch auf der Suche nach einem routinierten Alltag. Vielleicht bin ich auch in zwei Jahren wieder weg.“

Weitere Bilder: Leonie reist um die Welt

Leonie Spellig aus Barwedel hat in elfeinhalb Monaten 17 Länder besucht. Die Impressionen der Weltreise.

Statistik: Leonie war 349 Tage auf drei Kontinenten unterwegs, nächtigte in 136 Hostels, Hotels, Gasthäusern, bei Familien oder im Zelt. Sie benutzte 147 Busse und Shuttles, 67 Boote oder Fähren, flog 32 Mal, fuhr 14 Mal mit Zügen und unzählige Male mit Untergrundbahnen. Leonie hat in Thailand ihren Tauchschein gemacht und insgesamt drei der sieben Weltwunder besucht: Chichén Itzá in Mexiko, Machu Picchu in Peru und das Taj Mahal in Indien. Und: „Ich hab’ mich auf der ganzen Reise nicht ein einziges Mal unwohl oder bedroht gefühlt.“

Reisen verändert

Hat die Reise sie verändert? „Ich bin noch selbständiger und noch kontaktfreudiger geworden, als ich ohnehin schon war. Ich habe schätzen gelernt, was ich hier in Deutschland habe. Ich brauche jetzt weniger materielle Dinge. Und ich beziehe bei meinen Entscheidungen das Leben in anderen Ländern ein.“ Was noch zu tun ist? „13 Gigabyte Fotos zu Fotobüchern verarbeiten“.

Leonies Fazit

Leonies persönliches Fazit: „Ich bin froh, dass ich die Zeit, die mir durch die Freistellung bei Volkswagen geboten wurde, ausgiebig genutzt habe und damit einmal um die Welt gereist bin und den Trott, den Alltag und die Eintönigkeit hinter mir lassen konnte.“

Von Jörg Rohlfs

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