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Boldecker Land Christian Biskup: Musik dient dem „Butterbroterwerb“ und ist doch sehr viel mehr
Gifhorn Boldecker Land Christian Biskup: Musik dient dem „Butterbroterwerb“ und ist doch sehr viel mehr
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16:02 23.12.2019
Musik ist sein Leben: Christian Biskup leitet Chöre in der Region, ist Organist und gibt Konzerte am Klavier. Quelle: Jörg Rohlfs
Bokensdorf/Heiligendorf

Christian Biskup dampft in vielen Gassen: Er leitet zwei gemischte und einen Männerchor, organisiert und gibt Konzerte, „orgelt“ in mehreren Kirchengemeinden und widmet sich neben seinem Studium skandinavischen Komponisten – und das alles, weil „zwei Häuser weiter“ sein bester Freund in den Kindertagen in Bokensdorf von dessen Eltern zum Musikunterricht geschickt wurde.

Man lernte Akkordeon spielen

Er ging mit, obwohl der heute 25-Jährige damals mit Musik rein gar nichts am Hut hatte und auch familiär dergestalt nicht vorbelastet war. Man lernte Akkordeon spielen – obwohl ihm Saxofon lieber gewesen wäre, aber „damals noch sehr starkes Asthma“ ließ den Wunsch unerfüllt. Bald war der kleine Christian vom Gruppenunterricht gelangweilt, weil er schneller lernte, als die anderen: „Aber Einzelunterricht gab’s da nicht.“

Nein, kein Wunderkind

Also Wechsel zum Klavier, „aber der Lehrer war so furchtbar“, dass er aufhörte, Jahre später an einer anderen Schule mit „sehr, sehr guten Lehrern“ wieder einstieg, sehr, sehr bald am Klavier bei Wettbewerben gewann und mit 14 Jahren erste Konzerte gab. Aber: „Nein, ich bin kein Wunderkind. Ich habe eine gewisse Begabung“, lächelt Biskup. Für einen Komponisten habe er „zu wenig Phantasie“, zum Pianisten „fehlt was, ich habe zu spät angefangen“ und seine Dirigentenlaufbahn endete nach drei missglückten Hochschul-Aufnahmeprüfungen.

Der 25-Jährige mit Wurzeln in Bokensdorf ist musikalisch auf vielen Pfaden unterwegs.

Also wird Christian Biskup jetzt Grundschullehrer für die Fächer Musik und Deutsch, weil er selbst in der Schule „gute Lehrer hatte“. Ungefähr die Hälfte der Ausbildung hat er schon geschafft. Herz und Seele aber sind wohl für immer verloren an die Musik. Insbesondere die E- wie „ernste Musik“, die ja auch heiter sein kann. Und dort das „Genie der Vergangenenheit“, am besten der nordischen. Um genau zu sein: Ludolf Nielsen.

Popmusik ist okay

Dessen fast vergessene Notensätze lädt er im Internet hoch, besucht dessen Nachkommen in Dänemark und war drauf und dran, eine Biografie zu schreiben. Moderne Komponisten gehen Cristian Biskup „zu formelhaft vor“, Popmusik ist okay – mit der Band „Foolz“ hat er selbst Bon Jovi und Green Day gecovert – aber die Klassik ist ihm halt lieber. Deshalb ist er mit dem Gemischten Chor Heiligendorf auch schon mal eine Oper angegangen.

Konzerte am Klavier

Auch der Gemischte Chor Jembke und der Männerchor Fallersleben-Ehmen-Sülfeld singt nach seiner Pfeife. Bis Ende kommenden Jahres ist Christian Biskups Terminkalender als Organist in verschiedenen Kirchen dicht. In der Wolfsburger Schlosskirche hat er eine feste Stelle, woanders hilft er aus: „Es gibt kaum noch Organisten.“ Seit 2016 organisiert er die Musikalischen Andachten in der Kirchengemeinde Rühen-Eischott-Brechtorf. Und er gibt Konzerte am Klavier im norddeutschen Raum, solo oder mit Partnerin – auch privat – der Harfenistin Finnja Bronold.

Glücksmomente

Die Musik ist für Biskup „Butterbroterwerb“, aber auch viel mehr. Für sie würde er das Studium und wer weiß, was sonst noch, zurückstellen: „Es gibt nichts, was ich lieber mache. Wenn die Zuhörer Glücksmomente und einen guten Abend hatten, ist das mehr wert.“ Für die Region hat der Junge aus Bokensdorf, was das (Weiter-)Leben von tradierter und neuer Musikkultur betrifft, mit Sicherheit gehörigen Mehrwert.

Von Jörg Rohlfs

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