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Boldecker Land Bei den Jungstörchen gibt es ein paar Sorgenkinder
Gifhorn Boldecker Land Bei den Jungstörchen gibt es ein paar Sorgenkinder
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15:18 23.07.2019
Dynamisch: Ein Jungstorch übt das Flügelschlagen. Quelle: Jürgen Körber
Boldecker Land

Jungstörche leben gefährlich. Manche plumpsen aus dem Nest, bevor sie überhaupt flugfähig sind, andere finden nicht ins Nest zurück. Von derartigen Fällen im Boldecker Land berichtet Weißstorchbetreuer Hans Jürgen Behrmann auf seiner Homepage.

Ein Pigmentüberschuss

In Weyhausen-Süd/Hohe Horst war ein Jungvogel noch flugunfähig Ende Juni aus dem Nest geplumpst und zum Aufpäppeln ins Nabu-Artenschutzzentrum nach Leiferde gebracht worden, wo es sich gut entwickelt hat. „Die damalige intensive Schwarzfärbung des Schnabels und das ausgeprägte Schlangenhautmuster an den Beinen sind wohl auf einen schwarzen Pigmentüberschuss zurückzuführen“, erklärt Behrmann.

In Jembke war ein Jungvogel zu Fuß im Dorf unterwegs, querte auch die stark befahrene Bundesstraße – Behrmann vermutet, dass das Tier auf seinem ersten Ausflug den Weg nach Hause aufs Nest nicht gefunden hatte.

Gummiringe im Magen

Es sei gelungen, ihn in eine Kartoffelscheune zu lotsen und dort den Ring abzulesen: „Es war der älteste der drei Jembker Jungstörche“, so Behrmann. Das Tier war so im Stress, dass es Nahrungsreste wieder auswürgte – was ihm vermutlich das Leben gerettet hat, denn eine tödliche Mischung aus Silage, Fensterdichtungen und Gummiringen kam zum Vorschein, für den Storch unverdaulich. Auch dieser Jungstorch wurde ins Artenschutzzentrum gebracht.

Das erste der beiden Tappenbecker Storchenkinder hat 64 Tage nach dem Schlüpfen in der vorigen Woche die ersten Flugversuche in Richtung nahegelegener Wiese unternommen. Behrmann erhielt die Nachricht, dass der Storch humpele: „Er kann mit dem linken Bein nicht so richtig auftreten.“

Eine Fußverletzung

Sobald das Jungtier stehe, winkele es dieses Bein etwas an, um es zu schonen. „Beim Gehen knickt er leicht ein, unterstützt sich aber mit den Flügeln“, tippt Behrmann auf eine Fußverletzung, „Fliegen kann er schon gut. Wir werden ihn weiter beobachten.“

Insgesamt hatte Behrmann unlängst von einem Rekordjahr berichtet: 55 Storchenpaare haben sich im Landkreis niedergelassen.

Von red

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