Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Boldecker Land Klimawandel: Ütschenkuhle ist ausgetrocknet
Gifhorn Boldecker Land Klimawandel: Ütschenkuhle ist ausgetrocknet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 24.09.2019
Ausgetrocknet: Jan-Hinnerk Schwarz (v.l.), Siegfried Schink und Andreas Heinecke in der Ütschenkuhle, einem eiszeitlichen Wasserloch. Quelle: Jörg Rohlfs
Barwedel

Jäger, Gemeinde und Nabu sind sich einig: Der Klimawandel und seine Folgen sind auch im Boldecker Land angekommen – die seit Jahr und Tag Wasser haltende Utschenkuhle im Nordosten der Gemarkung ist ganzjährig trocken gefallen. „Und keiner weiß, woher neues Wasser kommen soll“, sagt der Biologe und Boldecker-Land-Nabu-Chef Jan-Hinnerk Schwarz.

2017 noch überschwemmt

„Schon über einen längeren Zeitraum sind in Barwedel Gräben, Bäche und Tümpel ausgetrocknet“, sagt Bürgermeister Siegfried Schink, „und in diesem Jahr nun erstmals auch die Ütschenkuhle.“ Dabei habe im Regenjahr 2017 dort das Wasser noch so hoch gestanden, dass ein 100 Meter entfernter, höher gelegener Acker in der Losche – ein zugehöriges, ehemaliges, vor 40 Jahren entwässertes Feuchtgebiet – überschwemmt wurde.

Bedeutung als Lebensraum

Dem eiszeitlich gebildeten und daher natürlichen Gewässer, das eine „herausragende Bedeutung als Lebensraum einer Vielzahl von Tier und Pflanzenarten“ habe, wie Schwarz erklärt, widerfuhren in den vergangenen Jahren etliche Pflegemaßnahmen, so Andreas Heinecke, Naturschutz-Obmann der hiesigen Jägerschaft: „So wurden etliche Erlen, die den Teich ungünstig beschattet haben, auf Stock gesetzt.“ Mit sichtlichem Erfolg.

Stummer Frühling

„So wanderte der aus der Ütschenkuhle zwischenzeitlich bereits vollständig verschwundene Laubfrosch wieder aus einem benachbarten Gewässer ein und baute innerhalb weniger Jahre wieder eine stabile Population mit 30 bis 40 Exemplaren auf“, so Schwarz. In diesem Frühjahr sei jedoch „alles anders“ gewesen, es gab keine der Balz dienenden Rufe: „Es war ein stummer Frühling.“

Artensterben im Gange

„Aufgrund des Jahrhundertsommers 2018 waren die Grundwasserstände soweit gesunken, dass die Ütschenkuhle sowie angrenzende Gewässer nun erstmals auch im Frühjahr völlig ausgetrocknet waren und die Amphibien keinen zur Vermehrung notwendigen Lebensraum mehr vorfanden“, führt Schwarz aus. Dieser „klimatisch bedingte Lebensraumverlust“ mache ersichtlich, dass im ganzen Landkreis Gifhorn „ein Artensterben im Gange ist“.

Ersatzgewässer anlegen

Im Falle der Ütschenkuhle, was so viel heißt wie Froschteich oder Krötentümpel, müsse man dies stoppen und umgehend handeln, meinen Heinecke, Schwarz und Schink, die alle drei im Vorstand des aktuellen Flurbereinigungsverfahrens Vogelmoor sitzen. Ihr Vorschlag: Auf einer benachbarten Wiese sollte mit Landkreis und Landesbehörde zusammen ein Ersatzlaichgewässer angelegt werden.

Grundwasserstände auffüllen

Problematisch hierbei seien indes die stark gesunkenen Grundwasserstände – und problematisch auch für geplante Feuchtwiesen und Laichgewässer als A-39-Kompensationsmaßnahmen in der Losche: „Alle Betroffenen müssen sich nun zusammensetzen, um heraus zu finden, wie sich mittels Wasserzurückhaltung die Grundwasserstände wieder auffüllen lassen“, sagt Schwarz.

Von Jörg Rohlfs

Peter Renwrantz ist neuer Ehrenbürger von Osloß. Im Rahmen des Bürgerfrühstücks wurde der 75-Jährige für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Außerdem wurden auch die neuen Schützenkönige ernannt.

23.09.2019

Mit Disney-Klassikern und musikalischen Gästen hat das Crescenters Drum & Bugle Corps Weyhausen seinen 50. Geburtstag gefeiert. Das ganze Dorf war eingeladen – und vollauf begeistert.

22.09.2019

Vor 50 Jahren wurde das Drum and Bugle Corps The Crescenters als Fanfarenzug Weyhausen gegründet – das wird jetzt gefeiert mit einem „musikalischen Nachmittag“, Essen, Trinken und Party vorm Vereinsheim.

18.09.2019