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Metallbauer, Glaser & Feinwerkmechaniker Wer anpacken kann und zahlen liebt, ist hier richtig
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01:59 17.06.2017

Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik – früher Bauschlosser – montieren und fertigen Stahl- und Metallbaukonstruktionen wie Tür- und Fensterrahmen, Überdachungen und Vordachkonstruktionen. Metallgestalter – früher Kunstschmied oder Kunstschlosser – schmieden Bauteile wie Geländer und Gitter und Fahrzeugbauer – früher Kfz-Schlosser – fertigen Fahrzeugteile, Bootsanhänger, Lenkanlagen oder Fahrzeugrahmen.

Da Schulabgänger nicht mit blauäugigen Vorstellungen in den Beruf stolpern sollten, ist ein Praktikum empfehlenswert:

Dann merkt man ziemlich schnell, ob der Beruf, für den handwerkliches Geschick und mathematisches Verständnis mitgebracht werden sollte, passt oder nicht. Nach abgeschlossener Ausbildung tun sich zahlreiche Wege auf: mit dem Meisterbrief in der Tasche einen eigenen Betrieb eröffnen oder sich zum Betriebs- oder Fachwirt weiterbilden und sich künftig um Einkauf und Akquise in einem Unternehmen kümmern.

Zukunft hat der Beruf auf jeden Fall: Der Metallbau erfährt derzeit eine sensationelle Nachfrage und die wird auch die kommenden Jahre anhalten.

Gefragt ist höchste Präzision

Ganz gleich, ob es um die Konstruktion und Herstellung von Maschinenteilen oder technische Systeme geht – im Feinmechanikerhandwerk ist höchste Präzision gefragt. „Feinmechanik kommt in fast allen Hightech-Branchen zum Einsatz: In der Medizintechnik, für die Herstellung optischer Geräte, in der Messtechnik oder in der Luft- und Raumfahrt“, so Clemens Kreyenberg, Leiter der Bundesfachgruppe Feinwerkmechanik.

Clemens Kreyenberg

Der Alltag des Feinwerkmechanikers ist äußerst abwechslungsreich: Er fertigt hochgenaue Bauteile für computergesteuerte Werkzeugmaschinen und feinmechanische Geräte wie Messgeräte für die Wetterbeobachtung, Montagevorrichtungen für Handys oder Greifwerkzeuge an Montagerobotern. Er kümmert sich um deren Wartung, Qualitätskontrolle und Reparatur.

„Wer in die Branche eintauchen möchte, sollte ein gutes mathematisches Grundverständnis besitzen, handwerklich geschickt sein und über einen ausgeprägten Sinn für Sorgfalt und Präzision verfügen“, empfiehlt Kreyenberg.

Darüber hinaus spiele der Umgang mit Kunden eine große Rolle: „Schließlich wollen diese ja die gefertigten Maschinen und Werkzeuge auch bedienen können.“ Auf jeden Fall handele es sich um einen krisenfesten Beruf mit sehr guten Aufstiegs- und Einkommenschancen und lebenslanger Perspektive: Von der Techniker- oder Fachwirtqualifikation über die Meisterprüfung und den damit verbundenen Weg in die Selbstständigkeit bis zum Ingenieurstudium auch ohne Abitur ist alles drin!

„Für die Ausbildungsentscheidung empfehle ich unbedingt ein Berufspraktikum“, so Kreyenberg. „So erfahren junge Leute, wie die Feinwerkmechaniker an ihre vielseitigen Aufgaben herangehen, was die Vielfalt ausmacht und wie Betriebsklima und Arbeitsumgebung sind.“

Faszinierender Werkstoff Glas

Ein ebenso faszinierender Werkstoff wie Metall ist Glas. In der Architektur hat es als Bauelement seinen festen Platz eingenommen: Spiegelnde Gebäudefronten, metallisch schimmernde Fassaden oder Glaskuppeln sind nur ein Bruchteil dessen, womit der Glaser sein Können beweisen kann. Auch aus dem Automobilbau, dem Schiffs- unf Flugzeugbau und dem Alltag ist Glas nicht mehr wegzudenken.

Martin Gutmann

„Das Glaserhandwerk hat Zukunft“, weiß Martin Gutmann, Bundesinnungsmeister des Glaserhandwerks. Denn bereits heute verbaut das Handwerk  intelligente Gläser, die funktionale Aufgaben wie Messtechnik, Farbänderung, Beschallung, Beschattung und Kommunikation übernehmen. „Und auch das Glas der Zukunft wird in völlig neuen Anwendungsbereichen wiederzufinden sein, die zwangsläufig auch den Alltag des Glasers verändern werden.“

Aus diesem Grund befindet sich das Glaserhandwerk, das sich künftig mit vier Fachrichtungen – Glastroniker, Fenstroniker, Glasarttroniker und  Autoglastroniker – präsentieren wird, in einer Umbruchsphase. Im Kern des Berufsbildes wird sich der Glaser aber auch weiterhin damit befassen, es so zu gestalten, dass innovative Produkte entstehen oder es so zu integrieren, dass Funktionalität und Transparenz eine Einheit bilden.

„Prinzipiell hat jeder, der handwerklich begabt ist und Spaß am Umgang mit dem ältesten Werkstoff hat, die Chance, Glaser zu werden“, erklärt der Fachmann. Darüber hinaus sollten Interessierte mathematisch-technisches Verständnis ebenso mitbringen wie räumliches Denken, keine Angst vor körperlicher Arbeit haben und neuen Aufgaben gegenüber aufgeschlossen sein.

„Glas wird nicht gekannte Dimensionen in der Architektur einnehmen“, vermutet Gutmann. Schon deshalb könne das Glaserhandwerk optimistisch in die Zukunft blicken.