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Metallbauer, Glaser & Feinwerkmechaniker Erhalt des Meisterbriefs sorgt für Sicherheit beim Kunden
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01:14 17.06.2017

Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) hat im Feburar die Baubranche als Beispiel genommen und in einer Studie analysiert, wie sich die Abschaffung als Voraussetzung für die Selbstständigkeit in zulassungspflichtigen Bauhandwerken auswirken würde.

Die Beurteilung der Wissenschaftler ist eindeutig: Eine Deregulierung würde am härtesten nicht einmal die Meisterbetriebe, sondern ihre Kunden treffen. Denn sie könnten, so das Resultat der Studie, ohne die verbindliche Qualifikationsnorm der Meisterprüfung die Güte handwerklicher Arbeit nicht mehr sicher einschätzen.

Sie liefen leichter als bisher Gefahr, Leistungen mit versteckten Mängeln zu erhalten. Mit abnehmender Qualität steige daher das Risiko der  Verbrauchergefährdung. Schon die höhere Wahrscheinlichkeit, vertraglich vereinbarte Leistungen auf juristischem Weg einfordern zu müssen, gehe ausschließlich zu Lasten der Konsumenten, haben die Forscher festgestellt.

Die Idee, Handwerksqualität alternativ durch ein Zertifizierungssystem zu gewährleisten, kann die Sicherheit der Konsumenten nicht im bisherigen Maß ermöglichen, belegen die Autoren der Studie. Denn der Informationsgehalt der Zertifikate wäre nur schwer zu bewerten. Sich einander ähnelnde Zertifikate könnten leicht zu Verwechslungen führen.

Außerdem müssten Konsumenten selbst die Zertifikatsaussagen auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, was Aufwand und Kosten auf Kundenseite erhöhte.
Die ifh-Studie relativiert mit diesem Hinweis auch die These, Deregulierung würde wegen des zunehmenden Wettbewerbs zu günstigeren Verbraucherpreisen führen.

Der betriebliche Aufwand für die Zertifizierungen würde, das räumt laut der ifh-Analyse auch die EU-Kommission ein, hohe Kosten für alle Beteiligten mit sich bringen. Als Nachteil für die Konsumenten sieht die Studie auch die in einer deregulierten Wirtschaft steigende Anzahl zertifizierender Stellen. Sie würden es zusätzlich erschweren, den Informationsgehalt der Zertifikate zu bewerten und damit die Unsicherheit auf Kundenseite verstärken.

Bei der gesamten Deregulierungsdiskussion werde zudem eine wesentliche Funktion des Meisterbriefs ausgeblendet:
Die hohe Ausbildungsleistung des Handwerks. Sie steht im direkten Zusammenhang mit dem Meisterbrief, weil er auch die Ausbildungseignung attestiert.