Helmuth Schuster: Die indische Justiz will dem Ex-Skoda-Personalvorstand den Prozess machen.
In Kürze werden sich drei Angeklagte wegen Betrugs vor Gericht verantworten müssen, berichten indische Medien. Außerdem stimmte das Gericht einer Abtrennung des Verfahrens gegen Schuster zu. Dem früheren Top-Manager soll zu einem späteren Zeitpunkt der Prozess gemacht werden. Grund: Die indischen Behörden warten weiter vergeblich auf eine Auslieferung Schusters.
Schuster und fünf anderen Männern werden Betrug und kriminelle Verschwörung vorgeworfen. Das indische Bundeskriminalamt ermittelt in diesem Fall seit 2005. Der frühere Skoda-Manager soll von Andhra Pradesh als Gegenleistung für die geplante Ansiedlung eines VW-Werks in dem Bundesstaat umgerechnet zwei Millionen Euro kassiert haben. Er habe sich an dem Geld persönlich bereichert. VW hatte das Projekt gestoppt, als Schusters Verstrickung in die Korruptionsaffäre bekannt geworden war.
In Deutschland gilt die VW-Affäre juristisch als abgeschlossen. In einem Prozess am Wolfsburger Amtsgericht wurde Schuster im September 2010 zu zehn Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Kurz zuvor war er wegen eines internationalen Haftbefehls aus Indien in Italien festgesetzt worden (WAZ berichtete). Zu einer Auslieferung nach Indien kam es allerdings nicht: Schuster wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.
htz