Audi Q3: VW-Chef Martin Winterkorn fuhr das Modell beim Besuch von Bundespräsident Christian Wulff im Sommer 2011 in Wolfsburg.
Fest steht offenbar, dass die Präsidentengattin Bettina Wulff von Dezember 2011 bis zum 23. Januar 2012 beim Berliner Audi-Zentrum einen Q3 geleast hatte – „zu den üblichen Konditionen“ von 850 Euro monatlich, wie ein Audi-Sprecher gestern betonte. Trotzdem prüft die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren, nachdem es Berichte über einen angeblichen „VIP-Vertrag mit sehr günstigen Leasing-Konditionen“ für die Wulffs gab.
Gestern wurden neue Vorwürfe bekannt: Nach Informationen der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ durften die Wulffs schon ab Sommer 2011 offenbar kostenlos einen Audi Q3 fahren – und damit Monate bevor das Modell überhaupt auf dem Markt war.
Der Wagen sei dem Berliner Autohaus überraschend geliefert worden – auf Anweisung der Audi AG. Der Wagen sei den Wulffs als „Vorserienmodell“ zu Promotion-Zwecken zur Verfügung gestellt worden.
„Dieser Sachverhalt war uns bislang nicht bekannt und wird sicherlich in die Prüfung einfließen“, sagte Oberstaatsanwältin Simone Herbeth. Sollte tatsächlich ein Verfahren gegen Wulff wegen Vorteilsnahme eingeleitet werden, müsste im Umkehrschluss wohl auch gegen Audi wegen Vorteilsgewährung ermittelt werden.
Audi-Sprecher Jürgen De Graeve versicherte gestern auf WAZ-Anfrage, dass Wulff kein kostenloses Q3-Vorserienmodell von Audi erhalten habe. „Das Ehepaar Wulff fuhr im Sommer 2011 keinen Audi Q3“, erklärte auch Wulffs Anwalt Gernot Lehr. Er sprach von „gezielter Falschberichterstattung“. Dagegen blieben die Zeitungen bei ihrer Darstellung und wiesen die Vorwürfe zurück.
htz