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Volkswagen

Fünf Jahre Komponente: 32.000 Jobs sind heute sicher!

Tausende VW-Mitarbeiter zitterten in den Jahren 2005 und 2006 um ihre Arbeitsplätze. Volkswagen steckte in einer Krise, der damalige VW-Marken-Chef Wolfgang Bernhard stellte im Zuge der Sanierung auch die Komponentenwerke auf den Prüfstand. Der Betriebsrat stemmte sich erfolgreich gegen die Verkaufspläne.
Bernd Osterloh: „Die Komponente fährt heute zweistellige Renditen ein und sichert uns wichtige Wettbewerbsvorteile.“

Bernd Osterloh: „Die Komponente fährt heute zweistellige Renditen ein und sichert uns wichtige Wettbewerbsvorteile.“

Komponenten-Fertigung bei VW: Ex-Marken-Chef Wolfgang Bernhard (kl. Foto) wollte sie verkaufen.

Komponenten-Fertigung bei VW: Ex-Marken-Chef Wolfgang Bernhard (kl. Foto) wollte sie verkaufen.

Nach einer harten Auseinandersetzung beschlossen Betriebsrat und Unternehmensleitung gemeinsam, die Komponente zu stärken. Dafür wurde im Februar 2007 ein neuer Vorstandsbereich geschaffen. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Komponente sprach WAZ-Redakteur Florian Heintz mit VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh.

WAZ: Herr Osterloh, vor wenigen Jahren standen bei VW Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Der Vorstand spielte mit dem Gedanken, die Komponentenwerke zu verkaufen. Der Betriebsrat konnte das verhindern – aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung?
Osterloh: Definitiv. Die Komponente fährt zweistellige Renditen ein. Und sie sichert uns wichtige Vorteile gegenüber unseren Wettbewerbern. Ihr verdanken wir Alleinstellungsmerkmale wie unser DSG-Getriebe oder die elektromechanische Lenkung. Und im Übrigen haben in unseren Komponentenbereichen mehr als 30.000 Menschen einen sicheren und zukunftsträchtigen Arbeitsplatz.

WAZ: Sie haben schon angedeutet, dass die Komponente heute profitabel arbeitet. Welchen Beitrag hat die Belegschaft dazu geleistet?
Osterloh: Als der damalige Markenvorstandsvorsitzende Bernhard die Komponentenwerke verkaufen wollte, weil er behauptet hat, sie seien unwirtschaftlich, haben wir unter anderem für alle Bereiche Workshops durchgesetzt, an denen die Kolleginnen und Kollegen beteiligt waren. Durch ihre Ideen wurden zum Teil zweistellige Millionenbeträge binnen weniger Wochen eingespart. Als Betriebsrat haben wir mit der Komponentenvereinbarung die Grundlage dafür gelegt, dass unsere Hausanfertigung heute erfolgreich sein kann.

WAZ: Wie das?
Osterloh: In ihr haben wir verankert, dass die Komponentenbereiche eigene Entwickler bekommen, dass die Komponente ein eigener Vorstandsbereich wird und das Vergabeentscheidungen im so genannten Make-or-buy-commitee (MBC) unter Beteiligung des Betriebsrats getroffen werden.

WAZ: Kürzlich stand der Verkauf der Tochter Sitech zur Debatte. Wie hoch ist der Wettbewerbsdruck in der Komponente?
Osterloh: Wir stehen mit jedem Angebot, das wir abgeben, im Wettbewerb mit externen Zulieferern. Egal, um welches Teil wir uns bewerben: Am Ende müssen wir im MBC nachweisen, dass wir besser sind als andere. Das sieht man daran, dass wir zwar etwa 85 Prozent der Aufträge gewonnen haben, um die wir uns beworben haben. Aber 15 Prozent sind eben an Mitbewerber gegangen. Insofern: Das ist kein Selbstläufer.

WAZ: Welche Rolle spielt die E-Mobilität künftig für die Komponente?
Osterloh: Wir haben den Anspruch, von der Einführung der Elektromobilität zu profitieren. Wir wollen, dass die Batteriekomplettierung – vor allem die Leistungselektronik – und der E-Motor nicht nur für den E-Up, sondern auch für unseren E-Golf in Braunschweig und Kassel gebaut werden. Immerhin haben wir beide Produkte in ihrer Startphase über unseren Innovationsfonds gefördert. Den Auftrag für den E-Up haben Braunschweig und Kassel schon. Um den Golf-Auftrag werden wir kämpfen.


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