Abgesperrtes Gelände: Im Boden der Ehmer Grundschule sind Schadstoffe.
Infoabend in der Schule: Rund 150 Zuschauer hörten sich den Bericht der Stadt an.
Die Schadstoffe sind zwar krebserregend – aber nicht in den geringen Mengen, wie sie in Ehmen vorkämen, so Gesundheitsamtsleiter Dr. Friedrich Habermann. Im Rathaus stellte er gestern klar: „Eine konkrete Gefahr hat zu keinem Zeitpunkt bestanden.“
Auf dem Gelände stand früher das Kali-Bergwerk „Einigkeit“, das 1925 geschlossen wurde. Ein Zusammenhang mit den Schadstoffen sei ungewiss. Erster Stadtrat Werner Borcherding: „Die Herkunft ist unklar.“
Klar ist: Die Entdeckung ist Rüdiger Blödorn aus dem Umweltamt zu verdanken. Nachdem im Jahr 2010 Bauarbeiter alte Dachpappen im Boden gefunden hatten, ließ er anderthalb Jahre lang nicht locker – bis eine Untersuchung die Schadstoffe im Boden nachwies.
Gutachter Frank Heinz sagte, dass die Konzentration der Schadstoffe „gesetzliche Prüfwerte teils deutlich überschreitet“. Diese Werte seien aber so niedrig angesetzt, dass keine Gesundheitsgefahr bestehe. Oberbürgermeister Klaus Mohrs: „Trotzdem wollen wir jedes Risiko ausschließen und tauschen den Boden aus.“ Jedes Risiko ausschließen wollte die Stadt auch bei der weiter weg liegenden DRK-Kita. Ergebnis: Dort sind im Boden keine Schadstoffe nachweisbar.
kn
Der Umwelt-Alarm war gestern Thema Nummer eins in Ehmen. Noch am Abend informierte die Stadt rund 150 Interessierte in der Grundschule über die Fakten.
Nachdem im Ort bekannt geworden war, dass sich krebserregende Stoffe im Boden an der Grundschule befinden, war die Sorge groß. So hat der TSV seinen Sportplatz direkt neben der Schule – Vorsitzender Dirk Heyde war gestern Abend ebenso dabei wie die Eltern der Grundschüler.
Auch der Ortsrat war eingeladen. Die Stadtspitze wies wiederholt darauf hin, dass die geringe Schadstoffkonzentration nicht gesundheitsgefährdend sei.
Heute Abend findet eine weitere Runde statt. Dieses Mal für die Anwohner, die ihre Häuser auf dem Areal haben, das einst zum Kali-Bergwerk gehörte – auch wenn unklar ist, ob die Schadstoffe mit dem Werk in Verbindung stehen.
Noch diese Woche soll der Austausch von 2000 Kubikmeter Boden an der Schule beginnen. Iris Bothe, Geschäftsbereichsleiterin Schule: „Wir werden es organisatorisch gut lösen – auch wenn die Kinder erst mal weniger Platz zum Spielen haben.“
kn
Im Boden des Freigeländes der Grundschule Ehmen befinden sich Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – kurz PAK. Aber was sind das für Schadstoffe?
„PAK sind weitverbreitet“, sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Friedrich Habermann. Sie entstehen bei Verbrennungsprozessen vor allem mit fossilen Energieträgern wie Erdöl. Menschen nehmen sie täglich über Luft und Nahrung auf. Auch bei der Erzeugung von Dachpappen und Baustoffen auf Teerbasis entstehen sie. Raucher nehmen besonders viele dieser Schadstoffe auf – einige PAK gelten als eindeutig krebserregend.
Gefahr besteht laut Habermann nur über den direkten Kontakt. Schon der Asphalt auf dem Ehmer Schulhof reiche als Schutz vor den PAK im Boden völlig aus.
kn