Das Schwefelbad in Fallersleben: Die CDU um Peter Kassel (oben) schlägt vor, wegen des hohen Defizits einen Verkauf zu prüfen – und erntet damit Widerspruch anderer Parteien.
Eine Million Euro Zuschussbedarf hat die CDU allein für die letzten drei Jahre errechnet – ein trotz zuletzt hoher Investitionen „im wesentlichen selbst verschuldeter Rückfall“, so die CDU in einer Pressemitteilung. Fraktionschef Peter Kassel: „Ein Privater könnte das wirtschaftlicher betreiben.“ Darum sehe man einen Verkauf als „mögliche Option“ an.
Davon hält Bärbel Weist (PUG) gar nichts: „Das ist ein starkes Stück.“ Es gebe ein klares Bekenntnis der Stadt, Gesundheitsvor- und -nachsorge für die Bürger sicher zu stellen: „Bei einer Privatisierung hätten wir keinen Einfluss mehr und keine Garantie für den Fortbestand.“
Auch Hiltrud Jeworrek (SPD) will am Bad festhalten: „Wir brauchen das, unsere Bevölkerung wird immer älter.“ Um der finanziellen Schieflage zu begegnen, müsse man Partner suchen und über eine Vernetzung mit dem Klinikum nachdenken.
Das sieht OB Klaus Mohrs als langjähriger zuständiger Dezernent ähnlich. Das zu hohe Defizit sei in der Tat unbefriedigend, räumt er zwar ein. Aber: „Wir werden nach Lösungen suchen, auch mit dem Klinikum.“ Ob Schwefelbad oder CongressPark – von den „in Mode gekommenen“ Forderungen nach Privatisierung halte er generell wenig. Klaus Mohrs erklärt denn auch klipp und klar: „So lange es geht, sollten wir immer nach städtischen Lösungen suchen.“
fra