Kooperation? Der Schwefelbad-Ausschuss sprach gestern mit Klinikums-Leiter Wilken Köster (kleines Foto).
Schwefelbad: Der Saunabereich sorgt derzeit für Diskussionen.
Über den genauen Inhalt des Gesprächs vereinbarten die Beteiligten vorerst Stillschweigen. So viel ist jedenfalls sicher: Auch das Jahr 2012 wird das Bad mit einem dicken Minus beenden. Im Finanzplan, den das Gremium gestern abnickte, wird das Defizit auf 275.600 Euro taxiert. „Das ist nicht das Ergebnis, mit dem wir gerechnet haben. Auf Dauer können wir uns das nicht bieten lassen“, stellte Oberbürgermeister Klaus Mohrs klar. Mittlerweile sei es nicht nur Fünf, sondern gar „Zwei vor Zwölf“.
Und dennoch, die CDU-Idee, einen Verkauf des Bads zu prüfen (WAZ berichtete), wischten sowohl Mohrs als auch Ausschuss-Vorsitzende Bärbel Weist vom Tisch. „Es gibt überhaupt keine Diskussion, über eine Privatisierung nachzudenken“, so der Oberbürgermeister. Für Weist würde das Thema nur zu einer Verunsicherung von Personal und Gästen führen.
Peter Kassel (CDU) hielt dagegen, verwies auf die Tatsache, dass das Bad in drei Jahren (inklusive des Jahres 2012) eine Millionen Euro Verlust eingefahren habe: „Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, muss es erlaubt sein über jeden Weg nachzudenken“, so Kassel.api
Fallersleben. Thomas Becker ist seit 15 Jahren Sauna-Stammgast im Fallersleber Schwefelbad. Die Freude am Schwitzen wird aus seiner Sicht aber immer mehr getrübt. In einem offenen Brief beschwert es sich über Hygiene und Service.
„Wenn ich freitags den Saunabereich betrete, treffe ich dort zwar etliche Stammgäste, einen Beschäftigten des Schwefelbads treffe ich dort aber nicht an“, so Becker. Jeder Mangel – sei es fehlendes Papier in den Handtuchspendern, lockere Handtuchhaken oder die Regulierung des Wasserzuflusses im Tauchbecken – müsste erst durch Kunden an der Rezeption angesprochen werden, ehe Abhilfe erfolgt.
Ein „Tiefpunkt“ in Sachen Service sei laut Becker, dass die früher stündlichen Aufgüsse vor zwei Jahren eingestellt wurden. Den größten Handlungsbedarf sieht er aber bei der Hygiene. Umkleideschränke und Fußböden seien häufig verstaubt, Abflüsse in den Duschen verstopft, die Fugen zwischen den Fliesen stark verschmutzt. Becker betont: „Ich stehe mit meiner Meinung nicht allein da.“
Bärbel Weist, Vorsitzende des Schwefelbad-Ausschusses, nimmt die Beschwerden ernst. Vor wenigen Tagen gab es einen Termin mit sämtlichen Angestellten, kommende Woche folgt ein weiterer mit dem Architektur-Büro. „Es wird etwas passieren“, so Weist.
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