Kalt erwischt: Waldemar Gerlach ist Steuermann auf einem der sieben Schiffe, die in Fallersleben im gefrorenen Mittellandkanal festsitzen.
Sie kommen aus der Tschechei, Polen, Holland und Deutschland. Die „Alja“ ist eines der sieben Schiffe, die in einer rund 800 Meter langen Kolonne an der Kaimauer gegenüber der Fallersleber Hafenstraße auf Eis liegen. „Wir sind seit Sonntag hier“, erzählt Steuermann Waldemar Gerlach aus dem polnischen Gliwice.
Den unfreiwilligen Landurlaub trägt er mit Fassung, die Kosten für den Transport der geladenen 1000 Tonnen Mais laufen allerdings unvermindert weiter. „Ärgerlich“, sagt der Seemann. „Unser Ziel ist Rotterdam. Aber ich rechne damit, dass wir noch mindestens zwei Wochen hier bleiben müssen.“
Dabei haben es die Binnenschiffer mit Fallersleben noch gut erwischt. „Zwei Supermärkte sind in der Nähe, das ist praktisch“, sagt Gerlach. Genügend Essen haben er und seine Crew ohnehin immer an Bord. Anders sieht es mit Trinkwasser aus. Die Vorräte werden langsam aber sicher knapp.
Mit Diesel betriebene Heizungen kämpfen gegen die klirrende Kälte. „In Polen sind wir solche Temperaturen gewöhnt“, sagt Gerlach. „Schnee ist dagegen schlecht. Das Gewicht drückt auf das Dach der Lagerräume.“
api