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„Natürlich wollen wir in die Champions League“

VfL-Manager Dieter Hoeneß im großen WAZ-Interview

Offiziell ist er der „Vorsitzende der Geschäftsführung“, eigentlich jedoch ist „Manager“ die richtige Bezeichnung. In jedem Fall aber ist Dieter Hoeneß (57) der starke Mann beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Seit Januar ist er im Amt und hatte gleich eine sportliche Krise zu überwinden. Seitdem das geschafft ist, blickt Hoeneß für den VfL in die Zukunft. Über diese Zukunft, über die Perspektiven des VfL und über seinen Bruder Uli sprach Hoeneß mit den WAZ-Sportredakteuren Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel.

"Wichtig ist eine Mannschaft, die regelmäßig unter die Top 5 kommt"

WAZ: Herr Hoeneß, als Sie Ihren Job in Wolfsburg angetreten haben, hieß es aus Berlin: Jetzt hat Dieter Hoeneß dank VW endlich das Geld zur Verfügung, das er auch bei Hertha immer schon gern ausgegeben hat. Können Sie mit dieser Einschätzung was anfangen? Hoeneß: Nein. Denn sie ist natürlich nicht richtig. Sehen Sie mal, mit welch geringen Mitteln wir bei Hertha im Vergleich mit Vereinen wie Wolfsburg, Stuttgart, Bremen und dem HSV haushalten mussten. Wir hatten dort 30, 40 Prozent weniger Personalkosten. Trotzdem ist Hertha in zwölf Jahren achtmal in den internationalen Wettbewerb gekommen, von daher relativiert sich die Aussage mit dem vielen Geld ganz schnell. Und was VW angeht: Ich bin nicht nach Wolfsburg gekommen, um hier etwas zu verwalten, sondern wir wollen etwas aufbauen. Und dazu braucht man auch die finanziellen Mittel – oder man braucht sehr viel Zeit, aber die werden wir hier nicht haben. Da sollte schon etwas in den nächsten zwei, drei Jahren passieren.

WAZ: Und zum Start dieses Aufbaus mussten Sie in Wolfsburg gleich den Trainer wechseln… Hoeneß: Das war schwierig und auch nicht geplant, denn ich war der Überzeugung, gemeinsam mit Armin Veh den Bock umstoßen zu können. Aber nach der Niederlage gegen Köln war die Trennung von ihm für alle Seiten das Beste. Die Spiele in Hamburg, gegen Bayern, in Leverkusen und gegen Schalke standen an. Da war klar, dass Niederlagen möglich sind – und mit jeder Niederlage wäre das Thema weiter entbrannt. Das hätte keinen Sinn gemacht. Wobei ich glaube, dass wir einiges zusammen hätten erreichen können. Zumal Armin Veh froh war, dass ein Ansprechpartner für ihn da gewesen ist. Aber wir sind zu dieser Entscheidung gekommen – eine Entscheidung des Aufsichtsrats, denn den Geschäftsführer Veh konnte nur der Aufsichtsrat freistellen. In Zukunft wird der Trainer wieder der Geschäftsführung unterstellt sein.

WAZ: Heißt im Klartext: Den nächsten Trainer feuern Sie dann. Hoeneß: Na, zunächst einmal bin ich dem neuen Trainer gegenüber positiv eingestellt. Aber wir haben dann wieder Strukturen, wie sie bei allen Bundesliga-Klubs normal sind.

WAZ: Außer bei Schalke. Hoeneß: Ja, das ist die Ausnahmesituation Felix Magath. Wobei ich von ihm weiß, dass er gerne auch in dem normalen Modell arbeiten würde, wenn es denn passt. Und wenn er dort mal aufhört, wird es auch in Schalke wieder andere Strukturen geben.

WAZ: Ist es für Sie persönlich ein gewisser Druck, dass Ihr neuer Trainer sofort gut funktionieren muss? Hoeneß: Was heißt „sofort“? Ich bin Überzeugungstäter und immer bereit, eine Entwicklung abzuwarten. So war es bei Lucien Favre in Berlin, so war es auch bei Lorenz-Günther Köstner, an dem zunächst ja auch einige gezweifelt hatten. Klar, am Ende geht es immer auch um Ergebnisse – doch ob die gleich in den ersten drei Wochen kommen, das hat für mich jetzt nicht die große Relevanz. Es geht um Nachhaltigkeit, das sehen auch Martin Winterkorn und der Aufsichtsrat so. Das soll hier ja keine Eintagsfliege sein. Aber wenn Kompetenz, Fleiß, die richtige Struktur und eben auch die Mittel da sind, dann geht das auch auf.

WAZ: Jetzt laufen Sie Gefahr, zum Saisonende in Erklärungsnot zu kommen, wenn Köstner erfolgreich bleibt und dann seinen Stuhl räumen muss… Hoeneß: Wir werden die Entscheidung nicht nebenbei treffen, sondern sehr sorgfältig. Denn es ist eine perspektivische Entscheidung. Und dann erwarte ich auch, dass man das respektiert, dass man dieser Entscheidung eine Chance gibt und sie nicht von vornherein negativ belastet.

WAZ: Sie haben vorhin davon gesprochen, dass in zwei, drei Jahren vorzeigbarer Erfolg da sein muss, daran wird sich auch ein neuer Trainer messen lassen müssen. Was wäre denn ein Erfolg? Sie werden ja kaum davon ausgehen, dass der VfL in den nächsten drei Jahren zweimal Meister wird. Hoeneß: Nein, das sicher nicht. Wichtig ist, dass man eine Mannschaft aufbauen kann, die regelmäßig unter die Top 5 kommt. Das europäische Geschäft ist die Basis – und in diesen zwei, drei Jahren wollen wir natürlich auch wieder in die Champions League kommen.

WAZ: Anhand der Trainernamen, die bei den Fans diskutiert werden, merkt man schon, wie groß das Anspruchsdenken in Wolfsburg mittlerweile geworden ist. Hoeneß: Der Name ist drittrangig. Zunächst einmal muss es einer sein, von dem wir überzeugt sind, dass er die nötige Qualität als Trainer hat. Dann muss es einer sein, der auch hierher will, der sich damit anfreunden kann, in einer etwas kleineren Stadt zu arbeiten, wo es vielleicht nicht diese großen gesellschaftlichen Auftritte gibt. Manche sind es vielleicht gewohnt, in Paris, London, München oder Berlin zu arbeiten und legen auf solche Städte Wert – oder haben Partnerinnen, die darauf Wert legen. Nein, der neue Trainer muss gut sein, er muss hierher passen, und wenn er dann noch einen Namen hat, umso besser. Aber bitte in dieser Reihenfolge.

WAZ: Aus Berlin war zu hören, dass Sie nicht unbedingt einen starken Mann neben sich dulden – und entsprechend die Trainer aussuchen… Hoeneß: Wenn man eine Weile im Geschäft ist, dann bilden sich Klischees. Und das ist so ein Klischee. Ich habe mich für Huub Stevens eingesetzt, und der ist doch nun wirklich eher ein knorriger, starker Typ. Ich hatte Hans Meyer, der ja nun wirklich nicht der Typ ist, der gebeugt unterm Tisch lang geht. Ich habe in Stuttgart mit Christoph Daum zusammen gearbeitet. Und auch zuletzt mit Lucien Favre war in Berlin ein Trainer, mit dem beim Diskutieren auch mal die Fetzen geflogen sind. Aber solche Diskussionen sind doch auch wichtig. Der FC Bayern ist ja auch deswegen über Jahrzehnte so erfolgreich, weil da Leute in der Führung sind, die im Zusammenspiel mit dem Trainer arbeiten. Und das geht auch nicht immer reibungsfrei.

WAZ: Sie haben den FC Bayern als Beispiel genannt – was fehlt dem VfL noch, um so erfolgreich zu sein? Oder kann man die Vereine gar nicht vergleichen? Hoeneß: Die beiden Vereine könnten unterschiedlicher nicht sein – aber man kann schon etwas lernen, was die Erfolgskultur angeht. Ich habe das ja als Spieler selbst erlebt, der unbedingte Siegeswille ist immer da, in jedem Spieler. Und er wird von Spielergeneration zu Spielergeneration weitergegeben.

WAZ: Ihr Bruder ist ein wichtiger Faktor dieser Erfolgskultur, sein Lebenslauf und Ihr Lebenslauf sind sehr ähnlich – Profi, Nationalspieler, Manager. Wie sehr sorgte diese Ähnlichkeit auch für einen Konkurrenzkampf zwischen Ihnen beiden? Hoeneß: So ähnlich, wie es aussieht, waren wir uns gar nicht. Der große Unterschied bestand darin, dass Uli bereits sehr früh genau wusste, was er wollte. Er wollte mit 15 Jahren schon Profi werden, da habe ich noch Basketball gespielt und stand beim Fußball im Tor. Später habe ich dann angefangen zu studieren und bin erst mit 22 Profi in Stuttgart geworden, während der Uli mit 21 schon Weltmeister war.

WAZ: Aber allein weil Sie altersmäßig nur ein Jahr auseinander liegen, müsste doch von Kindesbeinen an immer ein Konkurrenzdenken geherrscht haben… Hoeneß: Das hat im Unterbewusstsein vielleicht eine Rolle gespielt. Es wollte jeder gewinnen, ob beim Kicken auf der Wiese oder beim Tippkick-Spiel, das ging dann schon zur Sache. Dahinter steckte immer unbedingter Siegeswille, das hat uns vielleicht auch beide geprägt. Aber Neid war uns immer fremd.

WAZ: Ehrgeiz aber offenbar nicht. Hoeneß: Sehen Sie, unsere Eltern hatten eine Metzgerei, unser Vater ist um 5 Uhr aufgestanden und war abends um acht fertig – sechs Tage in der Woche. Dass man hart arbeiten muss, um etwas zu erreichen: Dieser Ehrgeiz wurde uns immer vorgelebt.

WAZ: Und vor der Metzgerei wurde gekickt? Hoeneß: Dahinter. Wir hatten so einen Hof mit Garagen, da konnte man toll Fußball spielen. Nebenan war eine Bäckerei, die hatten öfter mal Glasscherben im Teig.

WAZ: Und Sie konnten als „kleiner“ Bruder mithalten? Hoeneß: Ich war recht schnell ein eher großer und kräftiger Typ, so dass wir körperlich schon früh gleichauf waren. So entstand zwar Konkurrenz, aber auch ein familiärer Zusammenhalt, der immer noch sehr groß ist.

WAZ: Und darum drücken Sie den Bayern jetzt im Meisterschaftskampf die Daumen? Hoeneß: Nicht nur wegen Uli, sondern weil ich durch meine Zeit bei den Bayern da einen Bezug habe. Mit dem Kalle Rummenigge habe ich ja auch lange zusammen gespielt, wir waren damals sowas wie Grafite und Edin Dzeko heute, haben zusammen auch mal 40 Tore in einer Saison geschafft. Von daher sind mir die Bayern natürlich näher als Bayer Leverkusen oder Schalke 04.


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  • VfL Fan 14 – 12.03.10
    Seitdem Magath in Wolfsburg aufgeräumt hat und die Mannschaft Meister geworden ist, muss ich gestehen bin ich von dieser Mannschaft begeistert, Dzeko, Misimovic, Grafite, Schäfer, ich könnt noch weiter aufzählen. Leider glaube ich auch das D. Hoeneß mit seiner Mauerertaktik "wir lassen hier keinen gehen" Wolfsburg abschießt wie es in Berlin geschehen ist. Ich fänds schade vor allem den Spielern und den Fans gegenüber.
  • "neues Logo" ilario michele – 11.03.10
    frei nach dem motto´unseres neuen logo.

    NACH OBEN OFFEN!!!
  • Platz 1-5 juppelle – 11.03.10
    Diese jahr schafen wir nicht platz 1-5,aber nächste saison.Da brauchen wir neue leute überhaubt im MF für Misimovic, weil ER ist schon mit gedanken in Schalke, für in werde ich Diego holen,Dzeko und Schäfer werde ich auch verkaufen,für die drei kann man bis 60 milionen kasieren.Für Schäfer brauchen wir keinen (Karimov, Johnson)ist eine alternatiwe,und für Dzeko - Demba Ba oder einen andren knipser.
    Also Dieter bitte ruf Diego an, und mach im ein guten angebot.
  • ... nk-rocker – 11.03.10
    Wir wollen ja einen Kader schaffen, der dann auch mal wieder unter die ersten drei kommt. Dafür reicht die Qualität in der breite eben noch nicht aus. Nichts gegen Johnson, aber der muss erst einmal den Sprung in die Startelf schaffen. Und Karimov muss überhaupt mal den Sprung von der Regionalliga in die Bundesliga schaffen. Nur weil einer da gute Leitungen zeigt, heisst das nicht gleich, dass das drei Spielklassen höher immer noch so ist.

    Ansonsten wäre Källströhm schon ein guter. Ruf ihn doch mal an :-)
  • RV LV OWL-Wolf – 11.03.10
    Hallo liebe Liebenden...

    Ihr vergesst auf den Aussenverteidigerpositionen FABIAN JOHNSON, der sowohl links als auch rechts kann/könnte.
    Ein Réver könnte notfalls auch RV spielen und als LV käme noch Karimov hinzu (Den ich gern mal wieder sehen würde !!!)

    Viel wichtiger ist ein LM und ein Typ wie Kim Källström !!! ;)
    Wobei ich ja immernoch hoffe, das KALLE endlich mal in Wolfsburg ankommt oder mehr Chancen bekommt !!!

    So denne...
  • Eigentlich beschreibt DH ja Thomas Schaaf. Baummeise – 11.03.10
    Der wäre für mich ein idealer Trainer für den VfL.
    Bis dahin bitte weiter mit LGK.
  • sascha nk-rocker – 10.03.10
    Watt? Wer bisd Duhh deN?

    Riether spielt neuerdings vorwiegend im RM. Einzige Alternative ist demnach Pekarik. Etwas dünne ist das schon...
  • naja Florian – 10.03.10
    "Anhand der Trainernamen, die bei den Fans diskutiert werden"...

    Die Trainernamen werden ja wohl nur bei den Fans diskutiert, weil sie von der lieben Presse ins Spiel gebracht werden, oder? Wenn ich mich so umhöre, dann möchte jeder einen Typen, den der Hoeneß auch haben will, einen bodenständigen "Arbeiter", der für/mit Wolfsburg was erreichen will und nicht wegen des üppigen Geldes kommt.

    Gleiches gilt für Spieler, wenn denn unsere Jugendarbeit schon soweit ist, dass sie Nachwuchs mit potentieller Bundesligareife ins Rennen schicken kann. Nicht falsch verstehen, unseren internationalen Kader finde ich toll, sind prima Spieler, aber mit Spielern aus der Region wäre gerade für uns Fans die Identifikation noch viel größer. Zumal eigener Nachwuchs auch immer ein Zeichen für nachhaltiges Arbeiten ist.

    Die so oft geforderte "europäische Erfahrung" erlangt man dann on-the-job. :-)
  • why rv ? sascha – 10.03.10
    why ein rechten verteitiger? darf ich ma lachen ? da brauch ma eher ein linken als ein rechten hinten rechts können riether sowie pekarik spielen und links schäfer der im moment auch wieder richtig stark spielt man du hast keine ahnung und laberst hier so ein scheiß das geht garnicht regt richtig auf sowas!
  • Perspektive nk-rocker – 10.03.10
    Wie man sieht entscheiden im Fussball auch andere Dinge als das Budget darüber, ob ein Verein erfolgreich ist oder nicht.

    Unser Team hat eine gute Qualität. Wenn die Mannschaft sowohl in der Breite, als auch auf einzelnen Positionen (LM, RV, IV) verstärkt werden kann, kann es mittelfristig nur wieder bergauf gehen.

    Dazu bedarf es auch einen Trainer, der den Spieler die richtige Philosophie auf den Weg gibt und an der Mentalität feilt.
  • Angriff Rudi – 10.03.10
    Dieter gibt gas... Platz 1-3 muss Ziel sein mit solch einem Budget....

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