Bilder des Schreckens: Nach einer Messerstecherei in einer Disko musste André Lenz (u.) im Klinikum notoperiert werden.
Wolfsburg ist mein Leben, ich möchte hier bleiben. Die Stadt ist klein und gemütlich, so mag ich es. Demnächst werden sogar meine Eltern hierherziehen, damit unsere Tochter ihre Oma und ihren Opa nicht nur alle sechs Wochen sehen kann. Obwohl meine Frau, der ich alles in meiner Karriere zu verdanken habe, und ich uns getrennt haben, bleibt auch sie hier. Wolfsburg ist unser Lebens-Mittelpunkt geworden. Und doch gab‘s hier im Mai 2010 diese eine schlimme Nacht, die mich fast das Leben gekostet hat.
Eine durchwachsene Saison war vorbei. Abends sind wir zusammen mit der Mannschaft mal rausgegangen. Wir wollten ein bisschen die Torjägerkanone von Edin Dzeko feiern. Es ging in eine Diskothek, deren Namen ich gar nicht mehr aussprechen mag. Plötzlich war da Getümmel, ich wollte helfen. Nichts anderes. Und plötzlich passiert dann diese Messer-Attacke.
Ganz klar: In dieser Nacht habe ich ein neues Leben geschenkt bekommen. Aber nicht nur das. Diese Nacht hat einiges verändert bei mir. Ich bin egoistischer geworden. Danach habe ich mich gefragt: Was brauche ich im Leben? Was macht mich glücklich?
Bis heute ist diese Person aus dieser ominösen Nacht nicht imstande gewesen, auf mich zuzukommen um zu sagen: Es tut mir leid. Wenn derjenige zufällig vor mir stünde, wüsste ich es gar nicht, weil ich ihn bis heute nie gesehen habe. Vielleicht ist das auch gut so. In emotionalen Momenten kommen diese Gedanken an diese Nacht sehr häufig bei mir hoch. Eines jedoch habe ich mir danach geschworen: Diese Disko werde ich nie wieder besuchen.
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eh