Zum Abschied habe ich einen Füller mit einer Gravur bekommen. „Der VfL dankt André Lenz“ steht da drauf, zudem gab‘s ein Tintenfässchen. Den Füller werde ich jetzt als Team-Manager öfter benutzen als meine TorwartHandschuhe. Entsorgt habe ich die aber noch nicht. Sie liegen in der Kabine.
An meine ersten Handschuhe erinnere ich mich noch genau. Sie brachten mir mit 17 den ersten Profivertrag. Rund 4000 Mark habe ich verdient. Ich wusste genau, was ich mir davon kaufe: einen schicken Anzug von Hugo Boss. 1000 Mark hat er mich gekostet, zudem habe ich meine Familie zum Essen eingeladen.
Ich war damals so richtig stolz auf diesen Vertrag, aber es gab auch andere Zeiten. Obwohl ich in Wuppertal zum ersten Torwart aufgestiegen war, hat der Verein plötzlich gesagt: Wir verlängern nicht mehr mit dir. Dabei waren die Signale im Vorfeld ganz anders. Plötzlich war ich arbeitslos, ein Jahr lang.
Eine ähnliche Situation drohte mir in Wolfsburg im Jahr 2006. Klaus Augenthaler war damals Trainer, Klaus Fuchs Manager. Im Winter hatte mich Fuchs zu sich ins Büro gebeten, um mir zu sagen: „Wir werden nicht mehr mit dir verlängern.“ Ein Schock! Ich hatte in meiner Karriere immer nur Einjahres-Verträge gemacht, weil ich fand, dass das für beide Seiten immer eine faire Geschichte ist.
Am Ende bin ich dennoch geblieben – dank Felix Magath. Es war an einem lauen Sommertag vor der Saison, als Magath auf den Trainingsplatz kam und zu mir sagte: „Wir wollen mit dir verlängern!“ Das alles passierte ganz unspektakulär. Ich habe nur gesagt: „Sehr gern!“ Damit war das Thema auch schon erledigt.
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