Mit Norwegen gegen die Ukraine: VfL-Mittelfeldspielerin Leni Larsen Kaurin (l.) will unbedingt zur WM.
WAZ: Steigt das Fußball-Fieber vor den wichtigen Partien?
Kaurin: Ja, wir waren am Dienstagabend beim Spiel der norwegischen Männer gegen Portugal, haben da in der Pause ein Interview gegeben. Da bekommt man schon Laune.
WAZ: Immerhin Norwegen hat 1:0 gewonnen. Die Schweizer waren gegen England nicht so erfolgreich...
Moser: Es ist schon kurios, dass diese Ansetzungen so ausgelost wurden. Vielleicht konnten wir uns dadurch etwas auf unser Spiel gegen England einstimmen.
WAZ: Wie groß sind denn die Chancen, gegen die Engländerinnen zu gewinnen?
Moser: In solchen Spielen ist alles möglich, sicher ist England als Weltranglisten-Neunter favorisiert, doch wir sind bereit und nehmen den Kampf an. Wir wollen zur WM nach Deutschland.
WAZ: Norwegen dürfte gegen die Ukraine Favorit sein...
Kaurin: Ja, aber wir dürfen sie nicht unterschätzen. Wenn wir alle 100 Prozent geben, dann müssen wir gewinnen. Aber vor allem das Auswärtsspiel wird richtig hart.
WAZ: Wieso?
Kaurin: Wir spielen 200 Kilometer von Kiew entfernt, es geht Richtung Tschernobyl. Zu den Spielen kommen 3000 Fans. Es soll insgesamt eine seltsame Atmosphäre sein. Wir bleiben wir so kurz wie möglich da: nur zwei Tage.
WAZ: Erwarten Sie hart umkämpfte Spiele?
Moser: Sicherlich werden es zwei sehr intensive Spiele innerhalb kürzester Zeit, die uns alles abverlangen. Wir müssen in beiden über uns hinauswachsen und körperlich sowie geistig bereit sein, um die Spiele für uns zu entscheiden.
Kaurin: Wir müssen einfach Geduld haben und unsere Chancen nutzen.
WAZ: Was macht die Stärke Ihrer Nationalelf aus?
Kaurin: Wir sind sehr gut organisiert, eine echte Mannschaft. Wir kennen uns lange, mögen uns. Vor unseren Spielen läuft in der Kabine Musik, damit stimmen wir uns ein.
Moser: Wir haben eigentlich gar keine Rituale. Aber wir haben unsere Gruppe auf dem ersten Platz abgeschlossen und gehören somit zu den großen acht Teams Europas. Wir haben eine junge, hungrige Mannschaft, die bereit ist, das Unmögliche möglich zu machen.
WAZ: Wieviel würde Ihnen die WM bedeuten?
Moser: Das ist ein riesengroßes Ziel jeder Spielerin, eigentlich sogar ein Traum, den man jetzt mit harter Arbeit verwirklichen kann.
Kaurin: Für uns ist die Quali sehr wichtig, wenn wir sie nicht schaffen, dann ist Olympia 2012 in London futsch. Falls wir gegen die Ukraine verlieren, haben wir zwar weitere Chancen auf die WM, aber ich will das so schnell wie möglich schaffen, damit ich wieder Bundesliga spielen kann.
WAZ: Sie verpassen am Samstag das Spiel gegen Ihren Ex-Klub Potsdam...
Kaurin: Ja, das ist schade und nicht gut vom DFB. Er will die beste Liga der Welt, unterstützt dabei die Ausländerinnen aber nicht, indem Spiele verlegt werden. Da wäre noch Nachholbedarf.