Setzt auf deutsche Tugenden: EHC-Eishockey-Ass Kai Hospelt steht vor hohen Hürden.
WAZ: Gegen die Letten haben Sie den Ausgleich geschossen, wurden als bester DEB-Spieler geehrt, die Freude hielt sich wahrscheinlich aber in Grenzen?
Hospelt: Die Auszeichnung ist eine schöne Sache, aber ich hätte lieber verzichtet, wenn wir stattdessen gewonnen hätten.
WAZ: Was war schiefgelaufen?
Hospelt: Im ersten Drittel haben wir Lettland in die Karten gespielt, nach dem 0:2 waren wir im Rhythmus, hätten in Führung gehen können, dann schlug das Pendel in die andere Richtung aus, das kann in engen Spielen so gehen.
WAZ: Fürs Viertelfinale haben sich die Karten verschlechtert. Beschäftigt man sich damit?
Hospelt: Nach zwei Spielen schaut man noch nicht auf die Tabelle.
WAZ: Jetzt geht es nacheinander binnen zwei Tagen gegen zwei Top-Nationen, gespickt mit Weltstars. Ist da überhaupt etwas drin?
Hospelt: Natürlich wird das schwer, aber wir wollen etwas holen. Vielleicht hilft uns, dass alle denken, es gibt etwas auf die Jacke. Klar ist aber auch: Unsere deutschen Tugenden müssen zum Tragen kommen. Die feine Klinge können wir mit den Russen nicht spielen. Wir müssen rennen und kämpfen wie die Wahnsinnigen. Die Spiele werden grundsätzlich immer enger, es gibt bei Weltmeisterschaften seit einigen Jahren immer mal Überraschungen...
WAZ: In Stockholm ist bei den Spielen nicht viel los, wie nimmt die Mannschaft die eher triste Atmosphäre wahr?
Hospelt: Das ist schon komisch, wenn man zum Aufwärmen rauskommt, und überall rote Sitze sieht. Aber man ist Profi genug, um auch so Bezug zum Spiel zu finden. Und vielleicht wird es ja in den nächsten Tagen besser.