Inzwischen hat er es überwunden. Einigermaßen. Mike Green ist jetzt im Ölgeschäft.
Zumindest arbeitet er für ein internationales Unternehmen, das alle möglichen Dinge rund ums Öl produziert. Die Hunting PLC hat ihren Stammsitz in Großbritannien, aber auch einen in Calgary. Und so ist Green jetzt nach Jahren der Wanderschaft in seiner Heimat sesshaft. Gattin Denay hatte er als Profi in Texas kennengelernt, weitere Stationen waren Florida, New York und Hannover. Sohn Tyler wurde in den USA geboren, Söhnchen Liam 2009 in Wolfsburg.
Der Wechsel in den regulären Beruf war schwer. Green: „Ich hatte ja geplant, noch bis 35 zu spielen. Dann ist mit 31 Schluss. Ohne dass man es selbst entscheiden konnte.“ Eigentlich war er noch beim EHC gebunden, doch Beschwerden am operierten Rücken machten einen neuen Eingriff in der Sommerpause nötig. Nach ein paar Wochen war Green hoffnungsvoll, doch im November 2010 verkündete er sein Karriere-Ende.
Freunde und Bekannte boten ihm Jobs an. Green: „Ich musste aber erst einmal überlegen.“ Öl statt Eis – nachdem er in die Branche reingeschnuppert hatte, wechselte er zu seinem jetzigen Arbeitgeber. „Als Kundenberater bin ich viel unterwegs. Und viele Kunden kenne ich. Ex-Eishockey-Spieler.“ Und so gibt‘s zumindest in Calgary, in der Hochburg dieses Sport, immer ein Gesprächsthema: Eishockey.
WAZ-Interview mit Mike Green
Unverhofftes Ende der Eishockey-Karriere 2010 – Mike Green fiel erst einmal in ein kleines Loch, eineinhalb Jahre nach dem Karriere-Ende in Wolfsburg ist der sympathische Ex-Eishockey-Profi jetzt wieder rundum glücklich. Fast. WAZ-Sportredakteur Jürgen Braun sprach mit ihm.
WAZ: Wie geht es Ihnen inzwischen? Der Berufseinstieg ist geschafft?
Green: Mir geht es gut, uns allen geht es gut. Ich hatte ja eine Weile überlegt, was ich mache, habe dann ein Angebot eines Bekannten wahrgenommen. Und bin inzwischen eben einfach mal in die Öl-Branche gewechselt.
WAZ: Haben Sie das frühe Ende der Profi-Karriere überwunden?
Green: So gut es geht. Eishockey ist der schönste Beruf der Welt. Ich wäre gerne noch dabei geblieben. Aber irgendwann muss man so oder so etwas anderes machen. Und an dem, was ich jetzt als Kundenberater mache, habe ich viel Spaß. Obendrein treffe ich viele Bekannte aus dem Eishockey.
WAZ: Als ehemaliger Leistungssportler müssen Sie ohnehin abtrainieren, spielen Sie in Ihrer Freizeit noch Eishockey?
Green: Ja. In einer Hobby-Liga, da treffe ich sogar viele alte Bekannte, etwa die früheren Mannheimer Colin Forbes, Jeff Shantz und René Corbet.
WAZ: Wäre der Trainerjob auch einmal etwas für Sie?
Green: Das wäre mein Traum. Aber da braucht man die Kontakte, einen Einstieg. Es wäre schön, wenn sich die Gelegenheit mal ergäbe. Im Moment betreue ich halt spaßeshalber eine Schülermannschaft mit.
WAZ: Beobachten Sie noch das Wolfsburger Abschneiden und die DEL?
Green: Ich schaue mir regelmäßig die Tabelle und die Ergebnisse an.
WAZ: Gibt es denn auch noch Kontakt zu den Ex-Klubkameraden?
Green: Schon eine Weile nicht mehr. Manchmal ist es eben Zeit, Goodbye zu sagen.