Die erste DEL-Ehrenrunde in Wolfsburg: Peter Smrek, Dale Clarke, Sascha Genze und Xavier Delisle (v. l.) nach dem Sieg gegen Iserlohn.
Wurde noch ein richtiger NHL-Star: Torwart Ty Conklin mit EHC-Trainer Stefan Mikes (l.) und EHC-Chef Karl-Heinz Lorenz (r.).
2004/05 – Frankfurt, ein Jahr zuvor hauptsächlich wegen Schwenningens Ausstieg in der Klasse geblieben, ging als Überraschungsmeister in die Saison. Neuer Meister wurde am Ende Berlin. Es war eine spezielle, eine spannende Saison. Denn in der nordamerikanischen NHL wurde gestreikt, viele Top-Stars verdingten sich in Europa, Jochen Hecht etwa, Star der Buffalo Sabres, schloss sich seinem Heimatklub Mannheim an
Frankfurt leistete sich Doug Weight, der 2006 mit den Carolina Hurricanes dann den Stanley-Cup gewann. Wolfsburg allerdings setzte erst einmal nicht auf die Karte NHL-Stars. Denn: Coach Stefan Mikes wollte eine komplette Mannschaft zum Start, nicht das Risiko eingehen, plötzlich dezimiert dazustehen, wenn die NHL im Dezember oder Januar noch gestartet wäre. Trotzdem hatte auch der EHC seinen NHL-Star. Ivan Ciernik, der das Kapitel Nordamerika aber abschließen wollte, kam mit der Empfehlung von rund 50 Partien für die Washington Capitals. Er wurde zu Wolfsburgs Überlebensversicherung, katapultierte sich auf Platz drei der DEL-Torjäger. Top-Torjäger war er danach für die Kölner Haie.
Erst 2010/11 begann sein Stern zu sinken. Neben Ciernik war auch Todd Simon einer der Punktegaranten. Christoph Wietfeldt, Sascha Genze, Ladislav Karabin, Xavier Delisle, Marc Seliger, Marek Mastic und Markus Guggemos zählten auch zum Team. Und Richard Pavlikovsky. Der heutige Krefelder war in der Saison lange verletzt gewesen, in den Play-Downs aber überragend, in denen der EHC um den Klassenerhalt kämpfen musste. Am letzten Spieltag nämlich war Wolfsburg auf den vorletzten Platz abgerutscht, hatte über zehn Punkte Vorsprung auf Hannover noch verspielt.
Kassel war abgeschlagen. Wolfsburgs Absturz hatte auch ein kleiner NHL-Star nicht verhindern können, der im Winter noch verpflichtet worden war: Torwart Ty Conklin. Der hatte zuvor für die Edmonton Oilers gespielt. Conklin (2009 mit den Detroit Red Wings im Stanley-Cup-Finale) und Co., nun geführt von Trainer Bob Leslie, der Mikes nach der regulären Saison abgelöst hatte, stürzten Kassel ins Tal der Tränen, gewannen die Play-Downs.
Wenig später aber flossen die Tränen in Wolfsburg. Zwangsabstieg! Denn statt der vielfach versprochenen neuen Halle oder wenigstens ihres Baubeginns hatte es nur viel heiße Luft um Investoren und am Ende ein eilig von einem Bagger zusammengeschobenen Erdberg im Allerpark gegeben. Die DEL überzeugte das nicht. Die Ausnahmegenehmigung wurde nicht verlängert. Der EHC flog raus, doch die Halle kam – und Wolfsburg zwei Jahre später auch wieder zurück ins Oberhaus.