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EHC-Serie "Back Check"

Teil 3: Boris Lingemann

„Linge, Linge, Linge, Lingemann“ hallte es fünf Jahre durch den Wolfsburger Eispalast. So bejubelten die EHC-Fans Boris Lingemann, der schnell ein Publikumsliebling wurde.

Heute steht er nur noch einmal in der Woche zusammen mit dem Ex-Wolfsburger Thorsten van Leyen in der Altherren-Riege der DEG auf dem Eis. An seine Zeit beim EHC denkt er gerne zurück. „Das war einmalig. Ich glaube so einen familiär geführten Profiklub gibt es nicht mehr“, sagt der 34-Jährige. 2001 war er aus seiner Heimat Düsseldorf zum EHC gekommen.

Trainer Stefan Mikes lobte ihn als „besten Schwarzarbeiter der Liga“. Schwarze Arbeit, die Drecksarbeit, Entnerven gegnerischer Topspieler, unspektakulär, aber wertvoll. 2004 feierte er mit dem EHC den bis dahin größten Triumph der Wolfsburger Eishockey-Geschichte – Aufstieg in die Eliteklasse.

2006 wechselte er nach Essen, 2008 zum EC Bad Tölz – und verletzte sich in der Vorbereitung am Sprunggelenk. „Danach bin ich nie wieder auf die Beine gekommen. Nach einem Jahr Reha habe ich gemerkt, dass es keinen Sinn hat“, seufzt Lingemann. Daher schult er jetzt um zum Industriekaufmann, wird nächstes Jahr ins Berufsleben einsteigen. Die Kontakte stehen. „Der Job macht mir viel Spaß und die Perspektive ist auch gut“, sagt Lingemann.

Privat hat er sein Glück gefunden. 2007 heiratete er seine langjährige Freundin Munia, vor zwei Jahren wurde Sohn Jordi geboren. Den Leistungssport vermisst er nur bedingt. „Ein Leben ohne Eishockey hat auch Vorteile. Man ist am Wochenende zuhause und kann Weihnachten mit der Familie feiern“, sagt Lingemann und denkt an 2003. Da verbrachte er Heiligabend im Auto mit Bruder Max im Stau zwischen Wolfsburg und Düsseldorf.

aha


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