Wiedersehen: Der Wolfsburger Bruno Kähm, Sascha Isayev, Loui Mellios (v.l.), die 1998 für den EHC spielten.
Loui Mellios und Sascha Isayev verstehen sich blind, mit augenzwinkerndem Humor. Anlässlich der Hochzeit des früheren Mitspielers Laszlo Csata waren sie eingeflogen. Thomas Gaus und Olaf Kölle trafen sie unter anderem wieder, mit Bruno Kähm noch einen Mitspieler von einst und mit dessen Vater Konstantin einen Spieler der frühesten Wolfsburger Eishockey-Zeit. Der hatte als EHC-Vereinsratsmitglied bei dem Duo damals mit die Fäden gesponnen. Damals – 1998.
Die Empfehlung für Mellios kam vom Kanadier Sam Bowman, mit dem Kähm einst beim TV Jahn zusammengespielt hatte. Isayev wiederum war der Sohn der Bekannten einer Freundin in Donezk.
Damals – der EHC strebte nach mehr als nach Oberliga-Duellen mit Braunschweig und Salzgitter. Mellios und Roman Veber waren die Top-Verteidiger, vorn trafen vor allem Csata und Isayev. In der Saison darauf wurde es noch schlimmer. Für die Konkurrenz. Jan Zurek, der dann bis 2009 blieb, war verpflichtet worden. Zurek und Isayev sammelten 1999/ 2000 je 113 Skorerpunkte. Der EHC verstärkte sich weiter. Mellios und Isayev gingen, nach Isayevs gescheitertem Versuch, in Nordamerika Fuß zu fassen, was ihn seinen Verbleib beim EHC kostete, spielten sie noch in Herford zusammen. Und beendeten bald ihre Profi-Karriere.
Isayev besuchte eine Wirtschaftsschule in Kiew, ist heute Unternehmer im Granit- und Metallhandel. Mellios baute auf seinem Studium auf, ist inzwischen in die Geschäftsführung eines Buchhaltungsunternehmens aufgestiegen.
„Wolfsburg war für viele der Wendepunkt im Leben“, sagte Konstantin Kähm an einem erinnerungsreichen Abend. Mellios kann es bestätigen. In seiner Wolfsburger Zeit lernte er eine Braunschweigerin kennen, heute ist Ayla seine Ehefrau, sie haben zwei Kinder.
Auch Isayev ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
Loui Mellios und Sascha Isayev – Wolfsburger Eishockey-Stars um die Jahrtausendwende, trafen sich in Wolfsburg. WAZ-Sportredakteur Jürgen Braun sprach mit ihnen.
WAZ: Wie viel Erinnerung ist noch da an den EHC, an die Mitspieler von einst?
Isayev: Viel. Ich halte zu vielen Spielern Kontakt über Facebook. Wir haben uns schon öfter getroffen. Es war eine tolle Zeit. Ich kann sagen, in Wolfsburg habe ich die Energie für meine Zukunft bekommen.
Mellios: Auch ich habe noch viel Kontakt, war ja auch Trauzeuge bei Laszlo Csatas Hochzeit. Wolfsburg waren die intensivsten Jahre meiner Eishockey-Karriere.
WAZ: Die währte danach nicht mehr lange. Was gab den Ausschlag?
Mellios (lacht): Mir war klar geworden, dass aus einer NHL-Karriere nichts mehr wird. Ich hatte ja schon einen Wirtschaftsabschluss, habe eingesehen, dass es Sinn macht, früh an die Zukunft zu denken.
Isayev: Nach Wolfsburg war ich mit Loui noch in Herford, dann noch kurz in Wilhelmshaven. Mein Vater rief eines Tages an, fragte, ob ich nicht was Richtiges machen wolle. Das gab mir zu denken. Ich habe wieder angefangen zu lernen. Nun bin ich Unternehmer. Aber manchmal träume ich noch von der Zeit in Wolfsburg. Und davon, dass ich nach Spielen Kasatschok zu den Klängen von „Moskau“ tanzen musste.
WAZ: Herr Isayev, bei Ihrem Namen gab es immer Unsicherheit – Oleksander, Alexander, Aleksandr...
Isayev: In Russland wäre es Alexander, ich komme aus der Ukraine, da wird daraus Oleksander. Sascha oder Alex – das passt schon.
WAZ: Sie haben jetzt mal beim Training zugeschaut...
Isayev: Wahnsinn. Der Eispalast ist toll geworden und die Spieler haben riesige Qualität.
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