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Wildpflanzen wuchern zwischen Grabstellen

Alter Friedhof in Vorsfelde Wildpflanzen wuchern zwischen Grabstellen

Seit dem 1. Januar gehört der alte Friedhof an der Meinstraße in Vorsfelde zur Stadt; die Kirche verkaufte ihn aus Kostengründen. Jetzt mehren sich Beschwerden über die Pflege.

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Wildwuchs auf dem alten Friedhof: Auch für die Pflege im Bereich zwischen den Gräbern sind seit Januar die Pächter der Grabstellen zuständig.

Quelle: Britta Schulze

Vorsfelde. Ursula Kosche kümmert sich um zehn Familien-Grabstellen auf dem Friedhof. Als die 68-Jährige jetzt zum Doppelgrab kam, in dem sie selbst später neben ihrem verstorbenen Mann liegen wird, war sie entsetzt. „Ich musste mir den Weg freischneiden!“, schimpft sie. Außer Kraut und Gräsern wucherte auch Efeu. Unter Friedhofsgärtner Christoph Vellguth, der sich bis 2016 im Auftrag der evangelischen Kirchengemeinde St. Petrus/Heiliggeist um die Anlage gekümmert hatte, wäre so etwas nicht denkbar gewesen, so Frau Kosche: „Er hatte den Friedhof in ein Paradies verwandelt.“

Von Vernachlässigung kann aus Sicht der Stadtverwaltung aber keine Rede sein. „In Wolfsburg gibt es 24 städtische Friedhöfe. Die Pflegeintervalle lauten,teilweise saisonal bedingt: Rasenmähen zurzeit einmal wöchentlich, Heckeschneiden zweimal im Jahr“, erklärt Sprecher Ralf Schmidt. Ein Problem ist, dass die Abstände zwischen den alten Gräbern nicht dem Standard entsprechen. Anderswo sorgen Plattenumrandungen dafür, dass bis an die Kanten gemäht werden kann. An der Meinstraße ist an den Grabstellen Handarbeit nötig; die müssen Angehörige selbst übernehmen. Rechtlich sei es zudem nicht zulässig, dass die Stadt wuchernde Grabbepflanzung zurückschneide, so die Verwaltung. Statt dessen werden bei Beschwerden Mahnungen verschickt. Bis dann etwas passiere, könne es schon mal Wochen dauern.„Ich bin damit nicht einverstanden“, sagt Ursula Kosche.

Ihre Wut richtet sich vor allem gegen die Kirche, die das Areal abgegeben hatte. „Wofür bezahlen wir Kirchensteuern? Ich bin jetzt ausgetreten!“, nennt sie ihre Konsequenz. „Das bedauern wir sehr“, sagt Pastorin Beate Stecher, die nochmals auf die Misere hinweist, die zum Verkauf führte: „Aus der Gemeindekasse durften wir die Pflege nicht finanzieren. Ein Friedhof muss sich selbst tragen, das war nicht mehr der Fall.“

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