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Pflegestelle: Jerome (8) gehört seit 2008 zur Familie Herzel

Wolfsburg-Nordsteimke Pflegestelle: Jerome (8) gehört seit 2008 zur Familie Herzel

Nordsteimke . 85 Familien in Wolfsburg haben Pflegekinder. Eine von ihnen ist Familie Herzel aus Nordsteimke. 2008 zog Jerome ein. Dass er zwei Mamas hat, „das interessiert gar keinen“ - meint der Achtjährige.

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Glückliche Pflegefamilie: (v.l.) Finn, Jerome, Saskia, Sven und Fenja Herzel beim Kartenspiel im Wohnzimmer mit Jack-Russel-Terrier Emil.

Quelle: Britta Schulze

Patchworkfamilien sind keine Seltenheit. Und doch sind die Herzels etwas Besonderes. „Wir haben uns entschlossen, ein Pflegekind aufzunehmen, als unsere Großen aus dem Gröbsten raus waren“, erzählen Saskia Herzel (39) und ihr Mann Sven (42). Die Großen, das sind Ronja (16), Finn (14) und Fenja (12). Saskia Herzel wuchs selbst zusammen mit Pflegekindern auf. „Meine Mutter hat Bereitschaftspflege gemacht“, erzählt sie. Die Herzels entschlossen sich für eine Dauerpflegestelle, weil Saskia Herzel so ihren Beruf als Erzieherin weiterhin ausüben kann. Tochter Fenja war anfangs nicht wirklich begeistert.„Aber jetzt bin ich froh“, versichert sie.

Dass nicht immer alles problemlos läuft und dass Pflegekinder Kinder auf Zeit sind, wissen die Herzels. Mit Jerome zusammen war ursprünglich dessen älterer Bruder eingezogen. Er lebt jetzt auf eigenen Wunsch wieder bei seiner leiblichen Mutter. „Die Rückführung war eine schwierige Zeit für alle“, erinnert sich Saskia Herzel, „aber jetzt hat sich alles gut eingespielt.“ Einmal im Monat besucht Jerome Bruder und Mutter. Ansonsten fühlt er sich sichtlich pudelwohl unter seinen Pflegegeschwistern in Nordsteimke. Zur Familie gehören übrigens außerdem Hund Emil, eine Bartagame und zwei Schildkröten.

Herzels geben ihre Erfahrungen jetzt als Referenten bei Schulungen für Pflegeeltern weiter. „Bei der Umwelt stößt man auch auf Vorurteile“, berichtet Sven Herzel, „zum Beispiel glauben einige, dass wir das nur wegen des Geldes machen.“ Dörthe Seidenthal-Klemt vom Pflegekinderdienst schüttelt darüber den Kopf: Menschen mit diesem Motiv würden den Prüfprozess (siehe Info-Kasten rechts) gar nicht durchstehen. „Und aus meiner Sicht zahlt der Staat viel zu wenig“, sagt die Sozialarbeiterin.

amü

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