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Neuhäuser bringt Borgward wieder auf der Straße

Neustart im Januar Neuhäuser bringt Borgward wieder auf der Straße

Bis Anfang der 60er Jahre fuhren Borgward-Autos neben dem Käfer auf deutschen Straßen. Dann verschwand die Marke. Jetzt taucht sie wieder auf – mit dem Neuhäuser Christian Borgward als Initiator und Aufsichtsrats-Chef.

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Benzin im Blut: Der Neuhäuser Christian Borgward hat sich mit der Wiederbelebung der Kult-Marke Borgward einen Traum erfüllt. Er ist Vorsitzender des Aufsichtsrates des Unternehmens.

Quelle: Roland Hermstein

Neuhaus. Borgward – bei diesem Namen dürften ältere Wolfsburger leuchtende Augen bekommen. Der Autohersteller aus Bremen war Kult, seine Sportlimousine Isabella ist noch heute eine Legende.

Legendär

Legendär: Borgward Isabella.

Quelle: Archiv

Nach dem Aus 1961 holte Volkswagen viele Borgward-Mitarbeiter nach Wolfsburg. Claus Borgward, Sohn des Firmengründers Carl Friedrich Borgward, zog nach Neuhaus und in den VW-Vorstand ein. Dessen Sohn Christian Borgward (51) lässt die legendäre Automarke mit Hilfe eines chinesischen Investors jetzt wieder auferstehen.

„Damit wird ein Kindheitsraum wahr“, schwärmt der Neuhäuser. „Schon als Kind habe ich Borgward-Autos aus Lego gebaut.“ Seinen Großvater, den Firmengründer Carl Friedrich Borgward, habe er leider nie kennen gelernt. Trotzdem sei er ein Idol für ihn. Ebenso wie sein 1999 verstorbenen Vater. Als der starb, übernahm Christian Borgward – Inhaber des Getränkehandels Borgward – die Markenrechte an der Automarke. Doch erst als er den Romanautor Andreas Berse („Borgward lebt“) kennenlernt, denkt er konkret über die Wiederbelebung der Automarke nach. „Ich habe Investoren gesucht“, berichtet er. „Ich bin bis nach China geflogen.“

Beiqi Foton Motor

Beiqi Foton Motor: In dieser chinesischen Fabrik wird der Wagen vom Band rollen.

Quelle: privat

Zum Glück: Der Konzern Beiqi Foton Motor zeigt Interesse. „Er fand das Projekt toll, einen Traum zu verwirklichen“, schmunzelt Christian Borgward. Der Traum wird mit viel Geld in Stein und Stahl gemeißelt: In Miyun, nördlich von Peking, entstehen eine nagelneue Autofabrik mit deutschen Maschinen und eine hypermoderne Konzernzentrale. „Dann war’s ein Selbstläufer“, betont Borgward. Er wird Vorsitzender des Aufsichtsrats von Borgward, fliegt regelmäßig nach China, um die Fortschritte hautnah mitzuerleben. Und um Prototypen zu fahren und zu beurteilen, die auch mit viel deutschen Know-How auf die Räder gestellt wurden. „Die Marke Borgward hat eine unglaubliche Emotion in China“, erzählt er.

Christian Borgward

Christian Borgward: Der Neuhäuser fährt einen SUV BX 7.

Quelle: Roland Hermstein

Dann kommt der große Gänsehaut-Moment auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt 2015: Borgward präsentiert das erste Auto – das SUV BX7. Mittlerweile gibt es den BX 7 und das SUV-Coupe BX6, der kleinere BX5 soll nächstes Jahr folgen. „Ich bin alle drei gefahren“, betont Christian Borgward. „Tolle Autos.“ Aktuell fährt er mit dem Borgward BX7 durch Wolfsburg. Schon bald soll es der BX6 sein: „In den hat sich meine Frau verliebt. Der ist toll...“ Und wie ist es, mit einem Auto zu fahren, das seinen eigenen Namen trägt? „Gänsehaut“, sagt Christian Borgward. „Einfach nur Gänsehaut...“

Von Carsten Bischof

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