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Neue Haltestelle vor der Haustür ärgert die Familie Harms

Wendschott Neue Haltestelle vor der Haustür ärgert die Familie Harms

Seit Mitte Dezember 2017 hält tagsüber täglich alle halbe Stunde ein Bus direkt vor der Haustür der Familie Harms. Über Lärm und Abgase klagen die Bewohner. Und offenbar ist keine Lösung in Sicht.

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Keine Ruhe mehr: Vor dem Haus von Ingrid Harms (84) in der Wendschotter Wendenstraße steht jetzt eine Bushaltestelle.

Quelle: Foto: Sebastian Bisch

Wendschott. Zwischen Verzweiflung und Wut schwankt die Stimmung von Ingeborg Harms. Alle Bitten, alles Schimpfen und auch Vorschläge haben nichts genützt: Die Stadt Wolfsburg richtete direkt vor ihrem Schlafzimmerfenster eine neue Bushaltestelle ein. Die 84-jährige Wendschotterin stöhnt: „Jetzt sind wir von Bussen umzingelt.“ Der „ruhige Lebensabend“ sei für seine Mutter vorbei, sagt ihr Sohn Jörg Harms.

„Dass so etwas überhaupt genehmigt wird, eine Haltestelle einen Meter vom Haus entfernt“, wundert sich die Rentnerin. Sie berichtet, dass sie oft vom Dröhnen und wackelnden Wänden geweckt werde. In der Frühe, wenn VW-Arbeiter und Schüler starten, sei es besonders laut. Da stünden manchmal bis zu drei Busse hintereinander auf der Straße, mit laufenden Motoren.

„Es gab keine Alternativen“

„Erschütterungen und Abgase sind unerträglich“, sagt Jörg Harms. Seit rund 500 Jahren gebe es den Hof der Familie, berichten Mutter und Sohn. Durch die neue Linienführung der WVG habe man die alte Dorfstraße jetzt zu einem Hauptverkehrsknotenpunkt gemacht – „ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Anlieger“. Und nicht mal um ein paar Meter habe die Stadtverwaltung die Haltestelle versetzen wollen. „Aus Sicherheitsgründen – aber das verstehe ich nicht“, so der Sohn.

„Die Stadtverwaltung hat bei einem Ortstermin alles geprüft, es gab keine Alternativen“, bedauert Ortsbürgermeister Siegfrid Leu. Allerdings meint auch er: „Es gibt hier jetzt zu viele Haltestellen. Und zu viele Busse.“ Ändern könnten die Ortsratspolitiker daran nichts, ihre Bedenken wurden beim Beschluss im Rat der Stadt nämlich nicht berücksichtigt – der hatte das letzte Wort.

WVG verweist auf Ratsbeschluss

Auch die WVG verweist bei der Frage, ob wenigstens weniger Busse durch die Wendenstraße fahren könnten, auf den Ratsbeschluss. Der beinhaltet, dass alle 30 Minuten ein Bus in die Stadt starten beziehungsweise aus der Stadt ankommen soll. „Scheinbar hat man als alteingesessener Einwohner Pech gehabt“, sagt Jörg Harms.

Von Andrea Müller-Kudelka

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