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Mutter-Papagei weg: Züchter zieht Küken von Hand auf

Vorsfelde Mutter-Papagei weg: Züchter zieht Küken von Hand auf

Das ist Edgar Sauke noch nie passiert: Seit über vierzig Jahren züchtet er Vögel – jetzt ist ihm zum ersten Mal ein Papagei abgehauen – das Junge muss er mit der Spritze füttern.

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Papagei-Küken ohne Muttertier: Ein Züchter füttert den Piepmatz mit einer Spritze.

Vorsfelde. Der Vorsfelder Edgar Sauke züchtet seit 1974 Vögel. Noch nie ist ihm ein Vogel entwischt. Bis jetzt: In der vergangenen Woche nutzte eine Lori-Dame einen drei Zentimeter großen Schlitz, um die Welt jenseits der Voliere zu erkunden. Jetzt hat der 80-Jährige zwei Probleme: Sein Papagei ist weg – und er muss sich als Ersatz-Papa um einen winzigen Jungpapagei kümmern.

Flucht beim Umsetzen

Am Montag vor einer Woche setzte Sauke seine Vögel von der Außen- in die Innenvoliere. „Es wird einfach zu kalt“, so der erfahrene Züchter. Er nahm auch den Lori-Nistkasten in die Hand und wollte ihn ins Haus bringen.

Er hatte vorher drei von vier Schrauben gelöst: „Ich will ja gucken, was das Junge macht.“

Gebirgslori: Die Mutter huschte in die Freiheit.

Gebirgslori: Die Mutter huschte in die Freiheit.

Nistkastendach nach oben und zwängte sich nach draußen“, sagte Edgar Sauke. „Das waren höchstens drei Zentimeter. Unglaublich.“

Fütterung mit kleiner Spritze

Seitdem ist die farbenfrohe Dame aus der Gattung der Honigpapageien (Lori) irgendwo im Vorsfelder Umland unterwegs. Und Edgar Sauke kümmert sich liebevoll um das winzige Küken: „Ich habe mir aus der Apotheke kleine Spritzen geholt und füttere das Tierchen mit einem speziellen Brei.“ Denn: Lori sind Honigpapageien und lecken in freier australischer Wildbahn den Nektar aus den Blüten. Körnerfutter verschmähen sie in der Regel. „Zu Beginn wog das Jungtier 30 Gramm und war nackt“, so Sauke. „Jetzt wiegt es 60 Gramm und hat ein Daunenfell.“ Alle zwei bis drei Stunden schnappt sich Sauke den kleinen Piepmatz und füttert ihn. „Es ist wie bei einem kleinen Kind“, schmunzelt Familienvater Sauke.

Trotzdem sieht er die Mutter in der Pflicht und hofft, dass seine weggeflogene Lori-Damen gefunden wird: „Vielleicht hat sie ja schon jemand eingefangen.“ Er bittet den Finder darum, sich unter Telefon 05363/ 1526 mit ihm in Verbindung zu setzen. Schließlich soll das kleine Loriküken nicht ohne Mutter aufwachsen. Auch wenn es sich bei „Papa“ Edgar Sauke sauwohl fühlt.

Von Carsten Bischof

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