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Mediziner aus dem Sudan fand nach Flucht Unterstützer

Hospitanz in Vorsfelder Arztpraxis Mediziner aus dem Sudan fand nach Flucht Unterstützer

Im Alltag sind es oft Privatinitiativen, die Erfolge bei der Integration von Flüchtlingen möglich machen. Auf einem guten Weg ist Ebu A. (27) aus dem Sudan. Viele Vorsfelder kennen ihn aus der Praxis von Rudolf Schulze und Jürgen Ebeling, wo er bis Weihnachten hospitierte.

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Kollegen: Die Mediziner Jürgen Ebeling (sitzend) und Rudolf Schulze in ihrer Praxis mit Hospitant Ebu A. aus dem Sudan.

Quelle: Müller-Kudelka

Vorsfelde. „Das Vertrauen, das mir hier entgegen gebracht wurde - dafür bin ich sehr dankbar“, sagt der Arzt aus Nordafrika. Seinen vollen Namen will er nicht veröffentlicht sehen, hat Angst vor Folgen für seine Eltern. „Viele ehemalige Kollegen sind im Gefängnis“, erzählt Ebu A. Er selbst sei geflohen, nachdem er sich geweigert hatte, in der Pathologie Papiere zu fälschen. „Wir sollten Todesursachen wie Lungenembolie oder Infarkte bescheinigen, bei Opfern von Gewalt“, sagt er.

Im Herbst 2015 kam Ebu A. nach Deutschland, im Frühjahr 2016 lernte Rudolf Schulze ihn kennen, als der Asylbewerber im DRK-Heim mit Senioren bastelte. „Ich will die deutsche Mentalität und Kultur verstehen“, sagt der Sudanese. Der Vorsfelder Mediziner und seine Schwester, die Architektin Christiane Thielebein, machten sich dafür stark, dass Ebu A. zumindest als Hospitant auch Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem sammeln konnte. Viele bürokratische Hürden habe es gegeben. Schulze: „Aber die ganze Welt braucht Mediziner. Wenn solche Menschen zu uns kommen, müssen wir sie unbedingt beschäftigen!“

Ebu A. machte einen Deutschkursus speziell für Pfleger in Krankenhäusern und war als Arabisch-Übersetzer für die Stadt aktiv. Jetzt besucht er einen Deutschkursus für Mediziner und hofft, dann ein Praxisjahr absolvieren zu können. Diesmal in Deutschland. Der Betrug durch Landsleute mit gefälschten Identitäten (WAZ berichtete) macht Ebu A. traurig. „Dieses Land hat uns die Arme geöffnet“, sagt er, kritisiert aber auch: „In vielen Heimen wird zu selten kontrolliert, wer da ist.“

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