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Kurios: Kirchen-Gruft und Dach-Laterne

Wolfsburg-Vorsfelde Kurios: Kirchen-Gruft und Dach-Laterne

Vorsfelde. Sonnenuhr, Gruft und mehr: Die St.-Petrus-Kirche aus ungewöhnter Sicht stellte gestern Propst Matthias Blümel der Öffentlichkeit vor. Unterstützung erhielt er von Geschichts- und Geschichten-Kennerin Uta Hartwig.

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St.-Petrus-Kirche: Propst Matthias Blümel in der Gruft.

Quelle: Photowerk (bas)

- Der südliche Kirchvorplatz war einst der Friedhof. Davon zeugen noch Spuren: Grabplatten zieren die Kirchmauern, unter dem Efeu-Hügel bei den drei Eichen an der Amtsstraße liegt vermutlich ein Arzt begraben. An der Südseite der Kirche stand zudem bis ins 18. Jahrhundert eine Leichenhalle. „Die Besonderheit: Das war der Haupteingang“, so Blümel.

- Laut Blümel halten viele Vorsfelder die Gruft auf der Nordseite irrtümlich für die Leichenhalle, weil dort seit dem 18. Jahrhundert die 13 Särge derer von Bartensleben aufgebahrt sind. Doch war da zuvor die Sakristei untergebracht. Blümel: „Seit der letzten Kirchen-Erweiterung 1749 befindet sich die Sakristei im Ostraum.“ Außer den Särgen wurden in der Gruft Fahnenstangen und Ritter-Sporen gefunden, letztere sind jetzt in der Vitrine im Foyer zu sehen.

- Über dem Eingang befindet sich ein schwarzes Rechteck in der Turm-Mauer. Blümel: „Das ist eine Sonnenuhr - die nehmen viele nicht wahr.“

- Der Turm ist ungewöhnlich breit und wurde immer wieder höher gebaut. Davon zeugen zugemauerte Schall-Luken und Scharten. „Viele glauben, das waren Schießscharten“, so Blümel. Hartwig erläutert, es habe Streitigkeiten mit den Wenden gegeben, die man an den Stadtrand gedrängt hatte und die häufig Überfälle machten. Blümel: „Ich glaube eher, dass das ein Turm war, in den man sich in gefährlichen Situationen zurückziehen konnte“, etwa bei Aller-Hochwasser.

- Ein Kuriosum findet sich auf dem Turm-Dach: „Die so genannte Laterne“, so Blümel. Es handelt sich um einen kleineren Turm-Aufbau. „Das hat man sonst nicht auf Kirchen.“

mbb

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