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Ausstellung: Burg Neuhaus als NS-Sportschmiede

Dunkles Kapitel Ausstellung: Burg Neuhaus als NS-Sportschmiede

Mit einem dunklen Kapitel in der Geschichte der Burg Neuhaus beschäftigt sich die Ausstellung „Im Dienst der Rassenfrage“, die heute um 19 Uhr eröffnet wird. Die Burg war während der Zeit des Nationalsozialismus eine NS-Kaderschmiede.

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Arbeiteten ein Stück dunkler Geschichte der Burg Neuhaus auf: Elke Fuchs, Heinrich Oys und Frank Wolters (v.l.).

Quelle: Boris Baschin

Neuhaus. Dort wurden blonde, helläugige Mädchen und Jungen zu sportlichen Höchstleistungen getrimmt - ganz im Sinne des Rassenwahns.

Viele Dokumente stellte der Wolfsburger Bernd Riemann bereit. Kuratorin der Schau ist Historikerin und Freundeskreis-Mitglied Elke Fuchs. Sie hatte schon früher von der Nazi-Vergangenheit der Burg gehört, „hinter vorgehaltener Hand“. 2015 bekam sie dann einen Anruf von Magdalena Vukovic vom Photoinstitut Bonartes in Wien. Die hatte sich für eine Ausstellung mit Propaganda-Fotografie auseinandergesetzt und stieß dabei auf Anna Koppitz. Die hatte in den 30er Jahren, wie sie selbst sagte, „im Dienst der Rassenfrage“ so genannte nordische Vorzeigekörper in der Burg Neuhaus fotografiert.

Koppitz stilisierte die Schüler in ihren Bildern zu Göttern. Genau das will der Freundeskreis nicht machen. „Wir distanzieren uns von diesem Rassenwahn ausdrücklich“, sagt Mitglied Heinrich Oys. Aber das NS-Kapitel gehöre zur Burg. Es sei wichtig, den Rassenirrsinn von damals angesichts von rechten Tendenzen heute zu thematisieren. „Wir wollen zeigen, wohin das führen kann“, erklärt Vorsitzender Frank Wolters.

Rund 950 Jungen und Mädchen, die alle aus Bauernfamilien stammten, durchliefen von 1936 bis 1939 an der Burg vier- bis sechswöchige Kurse. Sie machten Sport und Volkstänze an der „Reichsschule des Reichsnährstandes für Leibesübungen“ und verkörperten für die NS-Ideolgie die „nordische Rasse“. Die treibende Kraft dahinter war Richard Walther Darrès, ein NS-Rassenfanatiker.

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