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Zwei Drittel der VW-Beschäftigten mit Vorstand unzufrieden

Mitarbeiter-Umfrage Zwei Drittel der VW-Beschäftigten mit Vorstand unzufrieden

Nach Abgasskandal, Tests mit Affen und Kartellverdacht kämpft Volkswagen an vielen Fronten. Dass eine Baustelle sich mitten in der Belegschaft auftut, hätte wohl niemand vermutet. Doch eine Umfrage zeigt: Viele Mitarbeiter sind schlecht zu sprechen auf den Vorstand.

VW-Belegschaft in Wolfsburg: Schlechte Noten für den Vorstand.

Quelle: Roland Hermstein

Wolfsburg. Fast zweieinhalb Jahre nach Beginn des Abgasskandals hat der VW-Vorstand von den Beschäftigten in Deutschland schlechte Noten erhalten. Für mehr als zwei von drei Befragten ist die Arbeit der Top-Manager laut einer Betriebsratsumfrage „nicht überzeugend“, wie aus Unterlagen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Fast zwei Drittel fühlen sich zudem schlecht informiert. Ein Sprecher des Betriebsrates sagte, die Auswertung der Umfrage mit mehr als 51.000 Beteiligten dauere noch an. Die Ergebnisse sollten der Belegschaft bei Betriebsversammlungen vorgestellt werden. In Wolfsburg sei dies für Ende Februar geplant.

Osterloh und Müller haben über die Ergebnisse gesprochen

Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh und Konzernchef Matthias Müller hätten über erste Resultate gesprochen und ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, sagte der Sprecher. Dabei gehe es auch um die unternehmensinterne Information. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über die Umfrage berichtet. Der Untersuchung zufolge sieht nur ein Viertel der Befragten die von Müller versprochene Verbesserung der Unternehmenskultur.

Personalvorstand Karlheinz Blessing sagte in einem internen Interview, das der dpa ebenfalls vorliegt: „Sicher: Wer viel tut, der macht nicht alles richtig. Das gilt für jeden.“ Er betonte aber, das Thema Diesel werde „unverändert mit großem Kraftaufwand“ aufgearbeitet, die Transformation des Unternehmens sei sozialverträglich in Gang gesetzt. „Eine Kulturveränderung kann man nicht kurzfristig umsetzen, sie erfordert Zeit.“ Die meisten Beschäftigten sähen Volkswagen aber als guten Arbeitgeber.

„Der Kulturwandel kommt nicht aus den Startlöchern“

Osterloh sagte im VW-Intranet zur Kritik am Unternehmen: „Die interne Kommunikation benötigt Reformen, der Kulturwandel kommt nicht aus den Startlöchern, etliche Kolleginnen und Kollegen machen sich langfristig Sorgen, ob sie gesund in die Rente kommen. Und, für mich besonders alarmierend: Die große Mehrheit der Befragten fühlt sich auf dem Weg in die Zukunft unzureichend eingebunden – das darf nicht sein.“

Darüber hinaus zweifelten die Beschäftigten daran, „dass bei Volkswagen Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung tatsächlich noch als gleichrangige Unternehmensziele gesehen werden. Diese Befürchtung müssen wir sehr ernst nehmen“, sagte Osterloh. Blessing betonte, für jeden Standort sei eine Perspektive für die Zukunft entwickelt worden: „Wir unternehmen enorme Anstrengungen, Arbeit bei Volkswagen dauerhaft zukunftsfest zu machen.“

Der Betriebsratssprecher sagte, die große Mehrheit der Kollegen wünsche sich tarifliche Wahlmöglichkeiten für mehr Entgelt oder mehr Freizeit. 73 Prozent hätten gerne mehr flexible Arbeitszeitmodelle, zwei Drittel können Privat- und Berufsleben gut vereinbaren.

Von dpa

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