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Volkswagen Volkswagen-Chef Diess dringt auf höhere Renditen
Wolfsburg Volkswagen Volkswagen-Chef Diess dringt auf höhere Renditen
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11:21 13.03.2019
Volkswagen-Chef Herbert Diess hat am Dienstag in Wolfsburg auf der Jahrespressekonferenz die Bilanz für das Jahr 2018 vorgelegt. Quelle: dpa
Wolfsburg

Der Volkswagen-Konzern hat 2018 vor allem bei seiner Kernmarke und der Premiumtochter Audi die Probleme mit dem neuen Abgastest zu spüren bekommen. Aber auch andere wichtige Marken konnten nicht mehr so hohe Vorjahresgewinne einfahren oder wirtschafteten weniger profitabel.

VW-Chef will bei Marken höhere Renditen sehen

VW-Konzernchef Herbert Diess will noch mehr Augenmerk auf höhere Effizienz legen. „Wir haben uns trotz starken Gegenwinds ordentlich geschlagen“, sagte er.

Vor allem in der Begrenzung von Fixkosten habe es in der Marke VW bereits Fortschritte gegeben, sagte der Manager, der seit April zusätzlich zur Marke auch den Konzernvorsitz innehat. „Nach wie vor gibt es aber großen Nachholbedarf - in der Verwaltung, in der Produktion und in der Entwicklung“, mahnte er. Der Manager verwies für Details auf die Pressekonferenz von Volkswagen Pkw am Mittwoch.

VW-Chef Herbert Diess hat am Dienstag in Wolfsburg die Geschäftszahlen des Volkswagen-Konzerns für 2018 bekanntgegeben.

Seit vergangener Woche droht in Wolfsburg ein neuer Streit zwischen Unternehmen und Betriebsrat. Das „Handelsblatt“ hatte über Pläne berichtet, wonach Diess 5000 oder noch mehr Stellen in der Verwaltung streichen und so Milliarden bei der lange Zeit chronisch ertragsschwachen Kernmarke einsparen wolle. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte hingegen vor allem wegen des Schlamassels rund um den Abgas- und Verbrauchstest WLTP schwere „Managementfehler“ gerügt und personelle Konsequenzen gefordert.

Osterloh kenne das Unternehmen sehr genau, deswegen seien Diskussionen mit ihm auch immer hilfreich, sagte Diess. Erst am Montag habe er ein konstruktives Gespräch geführt. Aber er könne verstehen, dass das Thema schwierig sei - schließlich spreche man über einen Personalabbau.

VW-Chef kündigt Stellenabbau an

Volkswagen will im Zuge des Wandels zur Elektromobilität weitere Stellen streichen. „Wir werden Arbeitsplätze abbauen. Und es wird schwer, das nur mit Fluktuation und Altersteilzeit zu schaffen“, sagte VW-Chef Herbert Diess bei der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Wolfsburg. Betriebsbedingte Kündigungen schloss der Manager allerdings aus. Der Wandel könne nur gemeinsam mit dem Betriebsrat gelingen.

Aussprache zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertreter

Nach Angaben von VW-Chef Diess gab es am Montag eine Aussprache zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern. „Wir haben da gestern ein sehr konstruktives Gespräch geführt“, sagte Diess und ergänzte: „Es geht um Personalabbau. Ich habe volles Verständnis, dass sich die Positionen da auch mal verhärten.“ Zu seinem Verhältnis zu Betriebsratschef Osterloh sagte der Vorstandsvorsitzende: „In der Summe sind wir bisher glaube ich ganz gut zurechtgekommen.“ Osterloh kenne das Unternehmen sehr genau, deswegen seien Diskussionen mit ihm auch immer hilfreich, sagte Diess.

Abgastest WLTP macht Marken zu schaffen

Die Marken des Volkswagen-Konzerns büßten im vergangenen Jahr vor allem wegen der Einführung neuer Abgas- und Verbrauchstests teilweise deutlich an Gewinn ein. WLTP sei ein leidiges Thema, sagte Finanzvorstand Frank Witter. Schon früh hatte er vor hohen Kosten gewarnt, die er nun erneut auf eine Milliarde Euro bezifferte. Er widersprach damit weit höheren Zahlen, die im „Spiegel“ kursierten.

Geringere Umsatzrendite: VW verfehlt eigenes Ziel

Bei der Kernmarke VW fiel das operative Ergebnis vor den Sondereinflüssen aus der Dieselaffäre von 3,3 auf 3,2 Milliarden Euro - obwohl der Umsatz spürbar auf 84,6 Milliarden Euro kletterte. Die Umsatzrendite fiel auf 3,8 Prozent. Sie gibt an, wie viel vom Umsatz als Betriebsgewinn übrig bleibt. Mit dem Wert verfehlte VW das Ziel, zumindest das untere Ende der selbst gesetzten Spanne von 4 bis 5 Prozent zu erreichen.

Modellangebot wegen Verbrauchstests eingeschränkt

Der Konzern konnte wegen fehlender Zulassungen im Rahmen neuer Verbrauchstests viele Modelle seiner Marken über längere Zeit nicht anbieten, vor allem VW und Audi waren betroffen. Bei Audi werden wohl erst Ende des Monats wieder alle Varianten verfügbar sein, sagte Diess. Bei vielen Wagen mussten VW und seine Töchter den Kunden einen Rabatt geben, um ihn zu behalten, obwohl sein Wunschauto nicht verfügbar war.

Verkaufsrückgang bei Audi

Bei Audi gingen im vergangenen Jahr die Verkäufe zurück, der Umsatz der Ingolstädter sank leicht auf 59,2 Milliarden Euro. Auch bei der Premiumtochter aus Ingolstadt konnte der Konzern das Renditeziel knapp nicht erreichen. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen fiel.

Elektro-Offensive: VW plant 70 Modelle bis 2028

Konzernweit kostet auch die Entwicklung neuer Elektromodelle Geld. Diess treibt derweil die Bemühungen auf dem Feld weiter voran. Der Konzern will noch mehr reine Elektromodelle auf die Straße bringen. Bis 2028 sollen fast 70 neue E-Autos in den Verkauf gehen. Bisher hatte VW von 50 E-Modellen gesprochen. In den kommenden zehn Jahren will VW dann 22 Millionen Elektroautos auf eigenen Plattformen bauen statt bisher 15 Millionen.

VW investiert 44 Milliarden Euro in Elektro-Offensive

Volkswagen will allein in den kommenden fünf Jahren 44 Milliarden Euro in neue Technik wie E-Antriebe, autonomes Fahren und Digitalisierung stecken. Im nächsten Jahrzehnt greifen in der EU härtere Vorschriften für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids. Im Volkswagen-Konzern stiegen die Emissionen von Neuwagen 2018 um ein Gramm auf 123 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer an. Ab 2021 muss der durchschnittliche Ausstoß eines Herstellers in der EU die Grenze von 95 Gramm einhalten. Drohende Strafzahlungen sind in der Branche ein Grund für die hohen Investitionen in die E-Mobilität.

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