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Weitere Milliardenkosten für VW wegen Dieselrückruf in USA

Abgas-Skandal Weitere Milliardenkosten für VW wegen Dieselrückruf in USA

Der Abgasskandal kommt Volkswagen in den USA noch deutlich teurer zu stehen als bislang angenommen. Das Rückruf- und Nachrüstprogramm betroffener 2,0-Liter-Dieselwagen dürfte den Konzern weitere 2,5 Milliarden Euro kosten. Eine entsprechende Gewinnwarnung gab Volkswagen am Freitag heraus.

Volkswagen: Die Kosten für den Diesel-Skandal steigen weiter.
 

Quelle: dpa

Wolfsburg. Der Volkswagen-Konzern muss wegen der Abgas-Affäre in den USA weitere Milliardenkosten verbuchen. Im dritten Quartal werde das operative Ergebnis mit rund 2,5 Milliarden Euro belastet, teilte der Konzern am Freitag in Wolfsburg mit. Hintergrund sei eine Aufstockung der Vorsorge für das Rückruf- und Nachrüstprogramm betroffener 2,0-Liter-Dieselwagen in Nordamerika. Damit steigen die Aufwendungen für die Bewältigung des Diesel-Skandals auf insgesamt etwa 25,1 Milliarden Euro. Als Grund für die damit zusammenhängende Gewinnwarnung nannte VW, dass die Abwicklung der vereinbarten Nachrüstungen sowie der Rückkäufe von Dieselautos „erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller“ seien.

Aktie deutlich im Minus

Die Aktionäre erwischte die Entwicklung auf dem falschen Fuß: Die Vorzugsaktien von VW rauschten am Morgen mit minus 2,9 Prozent ans Dax-Ende. Analysten hatten für das gerade zu Ende gehende dritte Quartal bei den Wolfsburgern ein operatives Ergebnis von rund 4,4 Milliarden Euro geschätzt. Seit längerem hatte der Konzern keine neuen Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten in Nordamerika mehr bilden müssen.

Vor knapp einem Jahr hatten sich Vertreter von VW mit Klägern, Händlern und Bundesstaaten in den USA auf einen Vergleich für Dieselwagen aus dem Konzern mit den 2,0-Liter-Antrieben verständigt. Ende Oktober stimmte ein Zivilrichter dem Kompromiss über entsprechende Entschädigungen zu. Anfang 2017 konnten die Wolfsburger dann eine strafrechtliche Auseinandersetzung mit der Zahlung eines Milliardenbetrages ausräumen. Im vergangenen Mai gab es schließlich eine ähnliche Einigung für größere 3,0-Liter-Dieselmotoren, betroffen waren auch hier weitere Konzernmarken wie Porsche und Audi.

Weiter Rechtsstreitigkeiten in den USA

Ganz beendet sind die juristischen Streitigkeiten in den Vereinigten Staaten aber noch nicht. Einige US-Bundesstaaten klagen auf zusätzliche Strafen gegen den Konzern. Auch Einzelpersonen stehen nach wie vor im Visier der US-Behörden - in Deutschland wird ebenfalls weiter strafrechtlich ermittelt.

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil bei Abgastests getäuscht zu haben. Weltweit waren etwa 11 Millionen Fahrzeuge betroffen, in Nordamerika rund 600 000. Dies stürzte den Konzern in eine tiefe Krise und führte zu Milliardenkosten.

dpa/red