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Volkswagen Kunden bauen ihren e-Golf selber mit
Wolfsburg Volkswagen Kunden bauen ihren e-Golf selber mit
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12:27 10.01.2019
Gläserne Manufaktur in Dresden: Unter fachkundiger Aufsicht von Teamleiter Detlef Schwantke haben Journalisten schon mal probeweise das getan, was Kunden dort ab sofort auch tun können: selber mit an ihrem e-Golf schrauben. Im Bild die so genannte Hochzeit – die Verbindung von Antriebsstrang und Karosserie. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Gläserne Manufaktur Dresden ist nie um einen Coup verlegen. Seitdem sie im März 2016 als Premiumauto-Schmiede abgedankt und sich kurz darauf mit 20 Millionen Umbaukosten als Erlebniswelt Elektromobilität neu erfunden hatte, bringt sie sich als Ideenschmiede für das Fahren der Zukunft immer neu ins Spiel. Nun präsentiert das VW-Marketing etwas – nach eigenen Aussagen – „in der Automobilwelt Einmaliges“ und lässt Kunden selber an ihrem Elektroauto mitbauen.

Galt es zu Zeiten der Phaeton-Montage schon als Top-Event, wenn sich die solventen Kunden ihre Nasen an jenen Scheiben plattdrücken konnten, hinter denen weiß bekittelte Arbeiter auf kanadischem Bergahorn am Luxuswagen schraubten, sollen mit dem neuen Angebot die Kunden des e-Golfs ihrem Auto nun ganz, ganz naherücken. Sie können an drei Stationen unter fachkundiger Anleitung selbst mit Hand anlegen. Die Bastler unter den Golf-Käufern dürften jubeln, denn sie können direkt zugreifen, wenn Instrumententafel und Kühlerschutzgitterfront eingebaut werden oder wenn der Antriebsstrang mit der Karosserie verbunden wird. Vertriebsschef Arnd Meyer-Clasen nennt das Angebot ein „ganz spezielles Highlight im Konzept, Elektromobilität zum Anfassen“ zu bieten.

Jens Schlender, seit 17 Jahren Fertigungsleiter der Gläsernen Manufaktur, erzählt von Phaetonkäufern, die damals begeistert waren von der Aussicht, ihr Auto mit aufzubauen zu dürfen. „Wer heute ein Elektroauto kauft, hat sich bewusst dafür entschieden und wird vielleicht ähnlich reagieren“, hofft Meyer-Clasen. Das Angebot made in Dresden können e-Golf-Kunden in einem „Erlebnispaket“ beim Händler gegen Aufpreis (390 Euro) gleich mitbuchen – Volkswagen will die Kunden montags bis freitags in der Zeit von 6 bis 22 Uhr in der Manufaktur mitmachen lassen.

Die homöopathische Menge an Elektroautos auf deutschen Straßen dürfte selbst Skeptiker die Daumen dafür drücken lassen, dass die Werbeidee greift. Von allen zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland waren im vergangenen Jahr 36 062 reine Stromer – das ist zwar ein Plus von 43,9 Prozent gegenüber dem Jahr davor, entspricht aber lediglich einer Quote von einem Prozent. In Dresden liegt der Anteil sogar nur bei 0,14 Prozent!

Ab sofort will Volkswagen Dresden die Käufer eines Elektro-Golf selbst mit Hand anlegen lassen an ihr Produkt. Journalisten durften vorab schon mal probieren. Fazit: Macht Spaß!

Doch was klingt wie ein Megaflop liest sich aus VW-Sicht ganz anders: Mit 5743 im Vorjahr in Deutschland zugelassenen Pkw der Marke Elektro-Golf eroberte Volkswagen Platz 2 bei den Stromern – hinter dem Renault Zoe. Und: Die Nachfrage steigt. Auf einen e-Golf müssen Kunden derzeit sieben Monate warten! Das hat mit einer hohen Nachfrage aus Norwegen zu tun, wo der VW-Stromer die unangefochtene Nummer eins ist. Ob deshalb in Dresden bald mehr als die täglich 72 Elektrogefährte vom Band rollen, die hier im Zwei-Schicht-System von 152 Produktionsmitarbeitern gefertigt werden, das prüfe man gerade, so Manufaktursprecher Carsten Krebs. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass die e-Golf-Produktion im deutlich größeren Werk in Wolfsburg hochgefahren wird.

Dass Volkswagen eine Stromer-Flotte unter dem Label ID plant, für die das VW-Werk in Zwickau derzeit mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro zum europaweit größten Kompetenzzentrum für Elektrofahrzeuge umgebaut werden soll, ist bekannt. Im ersten Halbjahr des frisch angebrochenen neuen Jahres soll sich entscheiden, welches Auto dann künftig in der Gläsernen Manufaktur in Dresden vom Band rollen soll.

Von Barbara Stock

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