Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Volkswagen VW bestätigt: Winterkorn früher über Abgasaffäre informiert
Wolfsburg Volkswagen VW bestätigt: Winterkorn früher über Abgasaffäre informiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:54 03.03.2016
Ex-VW-Chef Martin Winterkorn: War er schon frühzeitig über den Abgas-Skandal informiert? Quelle: dpa
Anzeige

Es dürfte eine der längsten Pressemitteilungen in der Volkswagen-Geschichte sein. Doch der Sprengstoff der gut drei Seiten, die der VW-Konzern am Mittwochabend aussendete (WAZ berichtete), steckt vor allem in einem einzigen Satz: „Ob und inwieweit Herr Winterkorn von dieser Notiz damals Kenntnis genommen hat, ist nicht dokumentiert.“

Der kurze Satz informiert darüber, dass der damalige Konzernboss Martin Winterkorn schon im Frühling 2014 – rund eineinhalb Jahre vor dem Ausbruch des Diesel-Skandals – von der Wurzel des Problems hätte wissen können. Doch ob er die Notiz in seiner Wochenendpost überhaupt las und ob er deren Brisanz erahnte, sei eben „nicht dokumentiert“.

Der Hinweis in Winterkorns Post erläuterte Ungereimtheiten beim Abgasverhalten des Skandalmotors EA 189, die aus einer im Mai 2014 vorgelegten Studie hervorgingen. Die Analyse sollte die US-Behörden in der Folge stutzig machen und die Affäre um weltweit elf Millionen manipulierte Konzernfahrzeuge ins Rollen bringen.

Für einige Medien ist die Sache damit nun klar: Winterkorn war schon frühzeitig über den Abgas-Skandal informiert. Diese Lesart aber ist nicht zwingend. Man kann das annehmen, nur kann man es nicht belegen. Schon gar nicht mit der Existenz der Notiz in der Wochenendpost.

Dennoch könnte es für Winterkorn brenzlig werden. Denn auch wenn VW argumentiert, dass selbst Anfang September 2015 die Affäre noch auf die USA begrenzt zu sein schien, ist nun erstmals vom Konzern bestätigt, dass die Wurzel des Problems schon im Mai 2014 zu einem Vorgang für den obersten Chef wurde. Fraglich bleibt dabei auch, ob und wie er die Sache wertete, denn das ist „nicht dokumentiert“.

+ + + Dieser Text wurde aktualisiert + + +

Trotz Dieselgate und möglichem Milliardenverlust: Betriebsrat und Vorstand haben sich bei VW auf eine Sonderzahlung für die 120.000 Mitarbeiter im Haustarif geeinigt. Die „Anerkennungsprämie“ soll im Mai ausgezahlt werden. Die genaue Höhe, so hieß es gestern, solle erst noch verhandelt werden.

03.03.2016

Bei der Aufklärung der Diesel-Affäre will Volkswagen aus der Defensive. In einer ungewöhnlich langen Erklärung betonte der Autobauer gestern Abend, man habe nach Bekanntwerden des Skandals nicht zu spät die Öffentlichkeit informiert. Klagen von Aktionären wegen einer angeblich zu späten Information seien deswegen unbegründet.

03.03.2016

Im VW-Abgas-Skandal müssen Hersteller und VW-Händler nach Auffassung des Landgerichts Bochum die manipulierten Autos nicht zurücknehmen. Zwar liege wohl eindeutig ein Mangel vor, dieser Mangel sei aber nicht erheblich im rechtlichen Sinn, weil er mit relativ geringem Aufwand abgestellt werden könne.

02.03.2016
Anzeige