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VW Aktuell VW-USA-Chef Browning: „Die Amerikaner schätzen es, dass wir vor Ort produzieren“

Volkswagen VW-USA-Chef Browning: „Die Amerikaner schätzen es, dass wir vor Ort produzieren“

VW will in den USA zu alter Stärke zurückfinden und Marktanteile gewinnen. Zur aktuellen Lage von VW in den USA befragte WAZ-Redakteur Jörg Lünsmann Jonathan Browning, Präsident der Volkswagen Group of America.

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VW-Werk in Chattanooga: Im Mai erst eröffnet, laufen in der Fabrik derzeit bereits täglich mehr als 100 Fahrzeuge vom Band.

Quelle: Foto: Lünsmann

WAZ: In den vergangenen Tagen gab es Gerüchte, dass der Produktionsstart in der neuen VW-Fabrik in Chattanooga sehr holperig verlaufen ist. VW hat dementiert, wie ist die tatsächliche Lage in Chattanooga?
Browning: In unserem Werk, das wir erst im Mai feierlich eröffnet haben, laufen derzeit schon mehr als 100 Fahrzeuge pro Tag vom Band. Unsere Kollegen um Werkleiter Frank Fischer steigern die Produktion stetig, damit alle unsere Händler in USA pünktlich zur Markteinführung Ende September ausreichend Fahrzeuge in ihren Verkaufsräumen haben.

WAZ: Was ist die größte Herausforderung, vor der VW in den USA steht?
Browning: Der neue US-Passat ist sehr wichtig für unsere künftige Entwicklung. Besonders bei der Qualität dürfen wir uns keine Fehler erlauben. Ferner müssen unsere Händler gut vorbereitet sein, auf die vielen neuen Kunden, die wir durch den Passat erreichen wollen. Unsere Mannschaft in Chattanooga, unsere Händler und das gesamte US-Team sind hochmotiviert.

WAZ: Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres hat Volkswagen in den USA 154.100 Autos verkauft. Wie viele werden es am Ende des laufenden Jahres sein?
Browning: Wir sind mit den ersten sechs Monaten mehr als zufrieden. Unsere Verkaufszahlen liegen über den Erwartungen. Besonders der neue Jetta verkauft sich am laufenden Band. Im Juni haben wir vom Jetta stattliche 88 Prozent mehr als im Vorjahr verkauft, nach sechs Monaten sind es 66 Prozent. Wir haben den Geschmack unserer amerikanischen Kunden voll getroffen. Insgesamt wollen wir 2011 deutlich stärker wachsen als der Markt. Wir peilen die Zielmarke von 300.000 Fahrzeugen der Marke Volkswagen an, 2010 waren es im Vergleich 257.000.

WAZ: Liegen die besseren Verkaufszahlen für den Jetta nicht auch daran, dass VW mit aggressiven Kampfpreisen in den USA Marktanteile gewinnen will?
Browning: Das ist falsch. Wir haben unsere Fahrzeuge wie den neuen Jetta den speziellen Bedürfnissen unserer Kunden in den USA angepasst. Wir haben hier unsere Schularbeiten gemacht, die Amerikaner hatten das Gefühl, dass unsere Autos zu teuer seien. Wichtig ist, dass wir keine Abstriche bei Qualität, Sicherheit, Effizienz und Fahrspaß gemacht haben. Der überwältigende Verkaufserfolg gibt uns Recht. Wichtig: Der Einstiegspreis ist gesunken, aber mit den verkauften Extras sind die tatsächlichen Durchschnitts-Verkaufspreise des neuen Jetta sogar leicht höher.“

WAZ: Mit dem US-Passat und dem neuen Beetle hat VW gleich zwei neue Modelle, die für höhere Marktanteile in den USA sorgen sollen. Kann das gelingen?
Browning: Die Resonanz von Kunden und Autojournalisten ist sehr, sehr vielversprechend. Wir haben hier mächtig Geschwindigkeit aufgenommen. Mit beiden neuen Modellen wollen wir weiter auf der Überholspur bleiben. Wir werden besonders den Passat-Diesel in den Fokus rücken, denn die Verbrauchswerte sind im Vergleich zur Konkurrenz die besten ihrer Klasse. Angesichts der gestiegenen Spritpreise ist dies hier ein sehr gutes Verkaufsargument.

WAZ: Die Marke Volkswagen hat seit der Zeit von Käfer und Bulli einen guten Ruf in den USA. Wie will VW an die ruhmreiche Zeit anknüpfen?
Browning: Beetle und VW-Bus sind Ikonen in den USA. Jetzt aber merken immer mehr Kunden, dass wir neue, frische und verbrauchsarme Fahrzeuge im Angebot haben. Das wollen wir mit maßgeschneiderten Autos wie dem neuen Passat für den US-Markt forcieren. Auch schätzen es die Amerikaner, dass wir jetzt vor Ort produzieren und neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Das ist ein großer Pluspunkt.

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