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Volkswagen VW-Tüftler spürt unentdeckte Druckluftlecks auf
Wolfsburg Volkswagen VW-Tüftler spürt unentdeckte Druckluftlecks auf
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18:32 12.02.2019
Mit dem Gespür für Druckluft Wie das „Sonaphone“ hilft, unentdeckte Druckluftlecks im Wolfsburger Presswerk zu finden. Quelle: Detlev Wecke
Wolfsburg

VW-Mitarbeiter Olaf Thor arbeitet als erfahrener Instandhalter im Technologiecenter Presswerk des Stammwerks Wolfsburg. Er ist absoluter Technik-Fan und begeisterter Tüftler mit ausgeprägtem Faible für alles Handwerkliche. Er liebt es, Problemen auf den Grund zu gehen und überzeugende Lösungen dafür zu finden.

Expertenteam löst Probleme mit teils unkonventionellen Mitteln

Genau diese Passion kommt ihm bei seiner aktuellen Aufgabe im Technologiecenter des Wolfsburger Presswerks zugute. „Das Schöne an der Arbeit im Technologiecenter ist, dass es niemals langweilig wird, weil laufend andere Aufgaben zu lösen sind“, sagt Thor begeistert über seine Arbeit. Olaf Thor gehört zu einem Expertenteam, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die bisher ungelösten Probleme mit teils auch unkonventionellen Lösungen anzugehen. Wie beispielsweise Leckagen an Druckluftleitungen, die er mittels eines besonderen Messgerätes, des sogenannten Sonaphones, aufspürt.

Ein Druckluftabfall im Presswerk von Volkswagen in Wolfsburg kann unter Umständen den Produktionsablauf gefährden. Damit es dazu gar nicht erst kommt, leistet Instandhalter Olaf Thor echte Detektivarbeit.

Die schadhaften Stellen lassen sich mit bloßem Auge meist nicht finden

Druckluft ist ein teures Betriebsmittel und spielt im Presswerk eine wichtige Rolle. Denn ein deutlicher Druckabfall ist nicht nur Verschwendung, sondern gefährdet unter Umständen sogar den gesamten Produktionsablauf. Umso ärgerlicher, wenn ein erheblicher Teil über Haarrisse an Schweißnähten, Ventilen oder Rohranschlüssen unbemerkt entweicht. Finden kann man die schadhaften Stellen mit bloßem Auge meist nicht. Hier und da sind sie ertastbar oder hörbar, vorausgesetzt die Umgebung ist leise genug, um das Zischen zu hören. Aber genau das ist im Presswerk fast nie der Fall. Die Folge ist ein Verlust, der allein im zweiten Halbjahr 2018 bei etwa 1200 Liter Druckluft pro Minute lag. Und das nur in einem Teil des Wolfsburger Presswerks, dem Presswerk 1.

Eigentlich misst das Sonaphone Geräusche von fließendem Strom

Auf der Suche nach einer passenden Lösung leistete das Team des Technologiecenters echte Detektivarbeit, bis es auf ein digitales Ultraschallgerät gestoßen ist, das ursprünglich zum Lokalisieren von beschädigten Isolierungen von Stromkabeln entwickelt wurde. Dem Team war schnell klar, dass sich damit auch ausströmende Luft aufspüren lässt. „In seiner eigentlichen Aufgabe misst das Sonaphone Geräusche von fließendem Strom“, erklärt Olaf Thor. „Genauso wie entweichende Luft können solche Töne vom menschlichen Ohr kaum wahrgenommen werden.“

Das Gerät ähnelt einem großen Smartphone

Die ausströmende Luft erzeugt einen Ton, der im Ultraschallbereich liegt. Genau diese Schallwellen spürt das Sonaphone auf. Und zwar bis zu einer Entfernung von drei Metern. Das Gerät, das einem großen Smartphone ähnelt, ist über ein Kabel mit einem Luftschallsensor verbunden, kaum größer als ein gewöhnlicher Kugelschreiber. Die entscheidende Spürnase sitzt an dessen Spitze.

Eine große Hilfestellung für die Reparaturteams

Die in die Spitze eingebaute Sonde lokalisiert die Stelle, an der der Ton auftritt und misst in Sekundenschnelle, wie viel Luft ausströmt. Der dazugehörige Mini-PC visualisiert den Wert und ordnet diesen mittels der allbekannten Ampelsystematik, dem entsprechenden Bereich zu. Nach der Messung erstellt das Gerät einen Bericht, der als PDF an einen PC übertragen und dann dort bearbeitet werden kann. Außerdem ermöglicht die im Gerät integrierte Fotokamera, die Leckagenstelle eindeutig zu kennzeichnen - eine große Hilfestellung für die Reparaturteams, die anschließend anrücken, um den Schaden zu beheben.

Heike Ripke, Leiterin des Bereichs Instandhaltung Mechanik und Hydraulik im Presswerk, betont: „Wo das menschliche Gehör keine Chance hat, entdeckt das Sonaphone selbst kleinste Leckagen. Es hilft uns dabei unbemerkten Verlust von Ressourcen und Energie aufzudecken und effizient und zielgerichtet bei der Reparatur vorzugehen. So unterstützen uns innovative Technologien beim Mitgestalten eines zukunftsfähigen Presswerks.“

Betriebsrat lobt das Engagement

Betriebsrat Andreas Hoppenbrink sagt: „Diese tolle Idee ist wieder einmal ein Beleg dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen selbst die besten Experten sind. In der Belegschaft im Presswerk und allen anderen Abteilungen stecken so viel Fachwissen und Kreativität, dass wir damit noch viele Verbesserungen erreichen können.“

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