Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Volkswagen VW-Tarifgespräche erneut ergebnislos vertagt
Wolfsburg Volkswagen VW-Tarifgespräche erneut ergebnislos vertagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 11.01.2018
Tarifverhandlungen in Hannover: IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger (Mitte), der stellvertretende VW-Betriebsratsvorsitzende Stephan Wolf (rechts daneben) und Betriebsratschef Bernd Osterloh (hinten stehend). Quelle: IG Metall
Anzeige
Hannover

Nach der ergebnislos vertagten zweiten Runde der Tarifverhandlungen für rund 120.000 VW-Beschäftigte rücken Warnstreiks bei dem Autobauer näher. Als „Unverschämtheit“ bezeichnete Verhandlungsführer Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, ein Angebot des Konzerns. „Volkswagen hat heute eine Chance verspielt, den Weg für konstruktive Verhandlungen zu bereiten. Das ist eine Provokation für die Beschäftigten“, sagte er am Donnerstag nach der zweiten Verhandlungsrunde.

Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte: „Das ist eine Steilvorlage für die ersten Warnstreiks nach Auslaufen der Friedenspflicht Ende Januar.“

VW bietet 2 Prozent mehr Geld an

Zuvor hatte VW ein Angebot vorgelegt. Dies sehe vor, die Entgelte ab Mai um 2 Prozent anzuheben – mit einer Laufzeit von 12 Monaten, sagte VW-Verhandlungsführer Martin Rosik. Zusätzlich sei für Februar bis April eine Einmalzahlung von 200 Euro vorgeschlagen worden. Dieses Angebot orientiert sich am Arbeitgebervorschlag in den Tarifverhandlungen für die übrige Metallbranche. Die IG Metall hatte 6 Prozent mehr Lohn gefordert, außerdem eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung sowie eine Garantie für den Erhalt von Ausbildungsplätzen.

Die IG Metall kritisierte, die Ausbildungszusage solle dem Vorschlag zufolge nur um ein Jahr verlängert werden, zur betrieblichen Altersvorsorge habe es kein Angebot gegeben. Stattdessen habe Volkswagen Gegenforderungen nach Beiträgen der Beschäftigten gestellt. „Ich fordere Volkswagen auf, diese Haltung grundlegend zu ändern“, sagte Gröger.

VW mahnt Wettbewerbsfähigkeit an

Rosik betonte: „Wir haben der IG Metall deutlich gemacht, dass im Gegenzug ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung erforderlich ist.“ Volkswagen stehe vor enormen Herausforderungen, sagte er mit Blick auf den Wandel hin zur E-Mobilität und die Digitalisierung. Als Beispiel zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit nannte Rosik die Arbeitszeitflexibilität: Volkswagen wolle eine Quote vereinbaren, um nötigenfalls die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden pro Woche ausweiten zu können.

„Volkswagen stellt unrechtmäßige Gegenforderungen, die dem Manteltarifvertrag zuwiderlaufen. Das werden wir nicht mitmachen“, erklärte Osterloh dazu. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 30. Januar in Hannover geplant.

Größter Firmentarif in Deutschland

Zuletzt hatte der Autobauer jährlich 1400 Ausbildungsplätze geschaffen, die meisten Azubis werden bei VW danach übernommen. Eine Vereinbarung zwischen VW und IG Metall über die Zahl der Ausbildungsplätze läuft demnächst aus. Weil für den Bau von Elektroautos aber weniger Beschäftigte benötigt werden als für die Herstellung von Verbrenner-Modellen, könnte der Arbeitskräftebedarf künftig sinken.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif und läuft Ende Januar aus. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

Von dpa

Im VW-Werk Wolfsburg wurden im vergangenen Jahr 790.000 Fahrzeuge gebaut. Das waren 19.000 Autos weniger als im Jahr 2016 (809.000). Der Golf war mit 311.000 Fahrzeugen das meistproduzierte Modell vor dem Tiguan mit 286.000 Fahrzeugen.

11.01.2018

Die Tarifverhandlungen für rund 120.000 VW-Beschäftigte gehen am Donnerstag (15 Uhr) in die nächste Runde. Die erste Verhandlungsrunde war im Dezember ergebnislos vertagt worden.

11.01.2018

Die Marke VW stärkt den Bereich Elektromobilität und schafft dafür ein eigenständiges Vorstandsressort E-Mobilität. Die Verantwortung für das Ressort übernimmt ab Februar 2018 der bisherige Marken-Produktionsvorstand Thomas Ulbrich. Sein Nachfolger wird Seat-Produktionsvorstand Andreas Tostmann.

09.01.2018
Anzeige