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Volkswagen VW-Streichkonzert: Betriebsrat und Land grollen
Wolfsburg Volkswagen VW-Streichkonzert: Betriebsrat und Land grollen
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16:50 11.03.2016
Dunkle Wolken über der Konzernzentrale: VW zieht mit seinem angekündigten Streichkonzert den Groll von Betriebsrat und Land Niedersachsen auf sich. Quelle: dpa / Baschin (Archiv)

Am Donnerstag hatte die Deutsche Presse-Agentur berichtet, dass VW bis Ende 2017 im Kreis seines Haustarifes bei den Büro-Mitarbeitern außerhalb der Produktion jeden zehnten Job abbauen will. Wegen der noch laufenden Beschäftigungssicherung muss jedoch niemand fürchten, arbeitslos zu werden. Die geplanten Einschnitte sollen über Personalschwankungen, Altersteilzeit oder neue Aufgaben laufen. 

Der Konzern hatte Sparpläne beim Personal bestätigt, aber keine Details nennen wollen. VW stehe weiter zur Stammbelegschaft, betonte ein Sprecher und verwies auf die Beschäftigungssicherung, die auch Markenchef Herbert Diess wiederholt hervorgehoben hatte. 

Niedersachsens Landesregierung ist sauer wegen der Kommunikation des Themas. „Hier werden Zahlen in die Welt gesetzt, über die die Landesregierung und die Gremien nicht informiert waren - und auch noch immer nicht sind“, sagte ein Sprecher von Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies am Freitag. „Seine Verärgerung über die Art und Weise der Kommunikation hat er deutlich gemacht. Es wird in den nächsten Gremiensitzungen dazu auch intensiv nachgefragt werden.“ 

Lies war am Vorabend von der Opposition im niedersächsischen Landtag scharf attackiert worden, weil dem SPD-Politiker der geplante Abbau tausender VW-Stellen nicht bekannt war. Regierungschef Stephan Weil (SPD) äußerte sich ähnlich: „Der Landesregierung liegen keinerlei Pläne in dieser Hinsicht bei VW vor.“ Maßgeblich für Reaktionen des Landes müssten offizielle Konzerndarstellungen sein, nicht Berichte. 

Kritik erntete VW auch aus der niedersächsischen SPD. „Die Pläne von Herrn Diess sind aus der neoliberalen Mottenkiste“, sagte Gerd Will, Wirtschaftsexperte der SPD-Landtagsfraktion. Jobabbau sei kein geeignetes Mittel, um die Produktivität des Unternehmens zu erhöhen. 

Nach dpa-Informationen geht es um mindestens 3400 Jobs. Betroffen sein könnten vor allem die Verwaltungen in Wolfsburg und Hannover, aber auch die Finanztochter in Braunschweig. Der Sparplan zu jeder zehnten Bürostelle wurde demnach am Dienstag im internen Teil einer VW-Betriebsversammlung thematisiert. Laut der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ stehen sogar 4000 Stellen auf dem Spiel. 

Auch der VW-Betriebsrat, der im Aufsichtsrat eine Blockadeposition besitzt, ist in Alarmbereitschaft. „Wir werden es nicht zulassen, dass blindwütig und planlos Stellen gestrichen werden“, hatte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Dienstag in der Versammlung gesagt. Zudem wurde bekannt, dass VW überlegt, bei seinem Sparkurs in der Abgas-Affäre den Bandarbeitern die Arbeits-T-Shirts zu streichen. 

  • Zudem wurden weitere Details zum Software-Betrug bekannt, der hinter der Krise um weltweit elf Millionen manipulierte Dieselautos steht. Wie NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichteten, wurde das illegale Programm Ende 2014 in den USA noch einmal um eine neue Funktion erweitert, obwohl die US-Behörden Volkswagen wegen deutlich erhöhter Abgaswerte schon im Visier hatten. Den Informationen zufolge spielte VW bei einem Rückruf der betroffenen Dieselwagen 2014/2015 eine Erkennungsfunktion für den Winkel des Lenkrades auf.  Bewegt sich das Steuer nicht - wie im Abgastest der Behörden - erkennt die Software die Laborsituation. Auf der Straße im realen Betrieb hilft die Winkelerkennung dagegen, den Sparmodus zu vermeiden. Konzernkreise bestätigten dpa dies. Demnach sollen die Programmierer das illegale Programm als „Akustiksoftware“ getarnt haben. In der zweiten April-Hälfte will VW einen umfangreichen Zwischenbericht zur Schuldfrage bei den Manipulationen vorlegen. 

von Heiko Lossie und Ralf Krüger, dpa

Der kriselnde Autobauer VW überlegt bei seinem Sparkurs offensichtlich, den Bandarbeitern Teile ihrer Arbeitskluft zu streichen. „Bei Volkswagen gibt es allen Ernstes Bestrebungen, die T-Shirts als Teil der Arbeitskleidung abzuschaffen“, hatte Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh, während der Betriebsversammlung am Dienstag gesagt.

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Der kurze Aufwärtstrend bei den Verkäufen der VW-Kernmarke ist im Februar wieder abgeflaut. Die Pkw-Marke um Golf und Passat lieferte im zweiten Monat des neuen Jahres weltweit 394 400 Fahrzeuge aus. Das waren 4,7 Prozent weniger als im Februar des Vorjahres, wie Volkswagen am Freitag in Wolfsburg mitteilte.

11.03.2016

Nach dem Rücktritt von US-Chef Michael Horn bringt sich der eigene Vertrieb gegen VW in Stellung. Der US-Verband der VW-Händler droht dem Konzern mit Konsequenzen. „Wir sind beunruhigt angesichts des Missmanagements des Skandals und den Folgen, die dies für die Entscheidungen der US-Behörden haben könnte“, so die Händler-Vereinigung.

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