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Volkswagen VW: Rückstellungen sorgen für Verluste im dritten Quartal
Wolfsburg Volkswagen VW: Rückstellungen sorgen für Verluste im dritten Quartal
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12:02 28.10.2015
Quelle: Ralf Hirschberger
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Die tiefroten Zahlen beenden eine rasante Rekordfahrt jäh und zwingen die Wolfsburger wie erwartet auch zum Kappen ihrer Jahresziele. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) steht ein Minus von rund 3,5 Milliarden Euro, auch unter dem Strich ist das Ergebnis mit minus 1,7 Milliarden Euro tiefrot. Das teilte Volkswagen am Mittwoch mit. 

„Wir werden alles daran setzen, verlorengegangenes Vertrauen wiederzugewinnen“, sagte VW-Konzernchef Matthias Müller. 

Die zentrale Erklärung für den milliardenschweren Verlust sind rund 6,7 Milliarden Euro hohe Rückstellungen für die Folgen des Skandals. Jedoch steckt in der Bilanz auch ein positives Gegengewicht: Die Wolfsburger hatten sich im Sommer endgültig vom früheren Partner Suzuki getrennt. Durch den Verkauf der gehaltenen Suzuki-Anteile konnte Volkswagen 1,5 Milliarden Euro als positiven Sondereffekt im Finanzergebnis verbuchen und somit die Diesel-Folgen ein wenig lindern. 

Die Erklärung dafür, dass die Zahlen beim Nachsteuerergebnis nicht noch schlechter ausfielen, liegt in der Besonderheit des China-Geschäftes bei den Wolfsburgern. Da Volkswagen im Reich der Mitte mit Partnern unterwegs ist, behandeln die Buchhalter die Gewinne von dort nur wie eine Art Beteiligung. Daher fließt der Ertrag ins Finanzergebnis und taucht somit vor Zinsen und Steuern noch gar nicht auf. Bis Ende September lagen die anteiligen operativen Ergebnisse der chinesischen Joint Ventures stabil bei 3,8 (3,9) Milliarden Euro. 

Im September hatte der VW-Konzern eingestanden, bei Abgas-Tests auf dem Prüfstand mithilfe einer Software die Ergebnisse für Dieselwagen manipuliert zu haben. Die Software erkennt, wenn ein Auto gerade auf dem Prüfstand gestestet wird und schaltet den Motor dann in einen Modus um, in dem er deutlich weniger Stickoxide ausstößt.  

Weltweit geht es um etwa 11 Millionen Autos der Konzernmarken VW-Pkw, VW-Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda. Allein in Deutschland müssen 2,4 Millionen Diesel in die Werkstatt zurückbeordert werden. Diese Aktion soll im Januar beginnen. EU-weit sind rund 8,5 Millionen Fahrzeuge betroffen. Neben Ausgaben für Rückrufe drohen noch größere Kosten, etwa für Klagen und möglichen Schadenersatz.

dpa

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren von Volkswagen könnte demnächst auch in einem Buch oder einem Film aufbereitet werden. Der Berliner Medienrechtler Michael Schmuck habe im Auftrag einer Mandantin Titelschutz für vier Titel angemeldet.

27.10.2015

Trotz Abgas-Affäre spürt der VW-Konzern in Europa auch beim Bestelleingang noch keine Auswirkungen des Skandals. Die Order für Diesel in Deutschland ziehe seit dem Bekanntwerden der Manipulationen vor rund einem Monat sogar an. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Konzernvertriebs.

27.10.2015

Der Volkswagen-Konzern muss für die Nachbesserung der manipulierten Dieselfahrzeuge bis zu Zehntausend verschiedene Lösungen ausarbeiten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen. Demnach ergibt sich die enorme Anzahl der Tausenden individuellen Lösungen aus der Zahl der betroffenen Motorvarianten.

27.10.2015
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