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Volkswagen VW-Betriebsrat stellt Bedingungen für Gespräche über Stellenabbau
Wolfsburg Volkswagen VW-Betriebsrat stellt Bedingungen für Gespräche über Stellenabbau
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20:00 14.03.2019
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Wir wollen Antworten auf unsere Fragen hören.“ Quelle: dpa
Wolfsburg

Der Betriebsrat von Volkswagen stellt Bedingungen für die Aufnahme von Gesprächen mit dem Vorstand über den geplanten Stellenabbau. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh will zunächst über Probleme des Managements bei dem Autobauer reden, bevor zusätzliche Jobstreichungen auf den Tisch kommen. Die Marke VW will durch Digitalisierung in der Verwaltung in den nächsten Jahren weitere 5000 bis 7000 Stellen wegfallen lassen.

VW-Betriebsrat will Antworten auf Fragen hören

„Ehe der Betriebsrat in Gespräche mit dem Vorstand einsteigt, wollen wir Antworten auf unsere Fragen hören: Milliardenverluste durch WLTP, gefährdete Fahrzeuganläufe, Werksneubau trotz unausgelasteter Fabriken, Wirksamkeit des Managements in der Technischen Entwicklung, und die generelle Zusammenarbeit der Stakeholder bei Volkswagen. Erst wenn diese Fragen zu unserer Zufriedenheit geklärt werden, sind wir zu Gesprächen mit dem Management über die Auswirkungen der Digitalisierung bereit“, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh am Donnerstag.

Widerstand gegen Bau einer neuen Fabrik in Osteuropa

Osterloh hatte kürzlich über „mangelhaftes Management“ des neuen Abgastestverfahrens WLTP geklagt, das den Konzern im vergangenen Jahr „mindestens eine Milliarde Euro“ gekostet habe. Derzeit kämpft VW mit Problemen bei der Elektronik des neuen Golf, dessen Produktion in Wolfsburg nach den Werksferien starten soll. Auch der geplante Bau einer neuen Fabrik in Osteuropa stößt auf Widerstand bei den Arbeitnehmervertretern. Solange die Belegschaft in Deutschland noch Kapazitäten hat, will der VW-Betriebsrat für das neue Werk in Osteuropa kein grünes Licht geben.

Stellenabbau bei VW trifft vor allem Wolfsburg

Die Marke VW hatte am Mittwoch ein neues Sparprogramm vorgestellt. Durch Digitalisierung in der Verwaltung will VW Routineaufgaben automatisieren. Bis zu 7000 Stellen sollen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden. Der Jobabbau „betrifft natürlich vor allem Wolfsburg, weil wir in Wolfsburg die großen Verwaltungsbereiche haben“, sagte der bei der Marke VW für das Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter.

Betriebsrat fordert mehr Zukunftsarbeitsplätze

Im Gegenzug will VW auch 2000 neue Arbeitsplätze in der Technischen Entwicklung schaffen, wo es um Elektronikarchitektur und Software geht. Diese Pläne gehen dem Betriebsratschef aber nicht weit genug: Osterloh forderte am Donnerstag den Aufbau weiterer Stellen – vor allem in Wolfsburg. „Ich sage aber schon jetzt: Wir wollen nicht nur Kolleginnen und Kollegen in die Altersteilzeit verabschieden, wir wollen auch deutlich mehr Zusagen für Zukunftsarbeitsplätze. Und diese Zukunftsarbeitsplätze entstehen nicht irgendwo in der Welt, sondern in der VW-Heimat.“ Schon zuvor hatte Osterloh die Aussagen zu den 5000 bis 7000 Arbeitsplätzen kritisiert, weil ihm keine Herleitung dieser Größenordnung bekannt sei. „Der Vorstand ist bisher nicht in der Lage, eine Erklärung zu diesen Zahlen zu liefern“.

IG Metall warnt vor „Rasenmähermethode“

Auch Wolfsburgs IG-Metall-Chef Hartwig Erb sieht die geplanten Stellenstreichungen bei VW kritisch. Die Ausweitung der Altersteilzeit auf die Jahrgänge 1962 bis 1964 sei zwar zu begrüßen. „Wenn es uns gelingt, Kolleginnen und Kollegen aus den Babyboomerjahrgängen und darüber hinaus sozialverträglich aus dem Arbeitsleben in den wohlverdienten Ruhestand zu bekommen, dann wäre das für die Betroffenen Kolleginnen und Kollegen positiv“, sagte Erb. Andererseits kündigte er Widerstand an, falls „mit der Rasemähermethode Tätigkeiten digitalisiert werden, und wenn dies dann krachend scheitert, die Mehrbelastungen auf die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen verteilt werden“.

Gewerkschaft fordert Strategie zur Qualifizierung

Erb forderte außerdem eine Strategie des Unternehmens zur Qualifizierung der Beschäftigten. „Ausbildung, Bildung und Qualifikation werden entscheidende Faktoren für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sein“, betonte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg. In diesem Zusammenhang kritisierte Erb auch Äußerungen des VW-Großaktionärs Wolfgang Porsche, der sich kürzlich dafür ausgesprochen hatte, dass der Autobauer nicht mehr alle Auszubildende übernimmt. Erb: „Das ist nicht nur schädlich für das Unternehmen und für unsere Region, nein das ist einfach nur dumm.“

Von Florian Heintz

Die Vertrauensleute sind für die IG Metall der direkte Draht zur Belegschaft im VW-Werk. Nach sechs Jahren an der Spitze des Vertrauenskörpers wechselt Frank Paetzold jetzt in den Betriebsrat von Volkswagen.

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